Coronavirus: Vorarlberger Hausärzte testeten schon 2000 Mal

Coronatests in Arztpraxen sind jetzt auch österreichweit möglich.
Wien 100 Arztpraxen, 2000 Coronatests, über 200 positiv. Diese Bilanz ziehen die Vorarlberger Hausärzte für die vergangenen zehn Tage, in denen sie erstmals Coronatests bei Patienten mit Covid-19-Symptomen in ihren Arztpraxen durchgeführt haben. Ab heute, Donnerstag, ist der Einsatz von Antigen-Schnelltests auch österreichweit im niedergelassenen Bereich geregelt. Die Verordnung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) tritt in Kraft. Die Hausärzte können selbst entscheiden, ob sie testen wollen oder nicht. “Das ist wichtig”, erklärt Burkhard Walla, Sprecher der niedergelassenen Ärzte in Vorarlberg. Eine Liste mit Arztpraxen, die Antigentests anbieten, gibt es nicht. “Am besten, man kontaktiert den Hausarzt. Er wird seine Patienten über die Möglichkeiten informieren”, sagt Walla.
Tests nur bei Symptomen
Hausärzte testen mit dem Antigen-Schnelltest. Von der Probenabnahme bis zum Ergebnis dauert es laut Anschober zehn bis 15 Minuten. Getestet werden darf nur, wer Symptome hat. Alles andere ergebe keinen Sinn. So genau wie PCR-Tests sind die Antigentests nicht. “Positiv heißt in der Regel positiv. Bei einem negativen Ergebnis können wir uns nicht zu 100 Prozent sicher sein”, sagt Walla. Hier spiele die Untersuchung des Patienten eine große Rolle. Diese fließe auch in die Interpretation des Testergebnisses mit ein. Verschlechtere sich der Zustand eines Patienten, werde ein PCR-Test gemacht.
Ab heute können die Hausärzte ihre Testkosten mit der Österreichischen Gesundheitskasse abrechnen. Diese erhält das Geld vom Bund zurück. “Die Hausärzte müssen sich die Antigentests selbst besorgen”, sagt Walla. Pro durchgeführtem Test erhalten sie ein Pauschale. Monatlich gibt es vom ersten bis zum 30. Fall jeweils 65 Euro, vom 31. bis zum 60. je 50 Euro und ab dem 61. jeweils 35 Euro. “Die Pauschale wurde vom Bund einseitig festgelegt und wird so zur Kenntnis genommen”, sagt Walla.
Bestellung auf dem freien Markt
Für die ersten zehn Testtage in den Vorarlberger Arztpraxen lief die Bestellung zentral. “In einer ersten Tranche haben wir 6000 Tests an die rund 100 teilnehmenden Ärzte geschickt. Was die Bezahlung anbelangt, gibt es für diese zentrale Bestellung eine Landeslösung, die allerdings noch in Verhandlung steht.” Eine zweite Tranche stehe den Ärzten noch zur Verfügung. “Die Tests müssen aber bereits selbst bezahlt werden. Der Sinn daran ist, dass alles rasch ins Laufen kommt.” Am freien Markt dauert es laut Gesundheitsressort von der Bestellung bis zur Lieferung einige Tage.
Trennung der Patienten
Von den in Vorarlberg 6000 ausgelieferten Tests wurden 2000 durchgeführt. “Die Quote positiver Ergebnisse war mit rund elf Prozent deutlich höher als bei den PCR-Tests”, berichtet Walla. Wollen Ärzte Antigentests verwenden, müssen sie gewährleisten, dass symptomatische Patienten nicht auf andere Patienten treffen. “Sind die Ordinationen groß genug, wird es eine räumliche Trennung geben. Wenn nicht, dann wird sich die zeitliche Abfolge in der Ordination ändern”, erklärt der Sprecher der niedergelassenen Ärzte. Das sei ein Wandel im Vergleich zum Frühjahr. “Es ist ein guter Wandel, weil die kranken Patienten wieder zur Behandlung zu uns kommen können.”
Die Ärzte können sich besser als damals schützen. Masken, Handschuhe und Augenschutz seien ausreichend vorhanden. Am schwierigsten sei es bei Schürzen. Walla ist gespannt wie die Beschaffung in der Zukunft funktioniert: “Eine Verordnung besagt, dass die ÖGK uns beliefern muss. Mit den Erfahrungen im Frühjahr haben wir hier nicht das größte Vertrauen entwickelt.”