Wintersaison mit Fragezeichen: Hoteliers blicken mit Sorge in die Saison

Deutsche Tagestouristen bleiben Option. Hoteliers blicken mit Sorge in die Saison.
Schwarzach, lech Die Tourismusbranche blickt mit Sorgen in die nahende Wintersaison. Denn die mit Abstand meisten heimischen Gäste stammen aus Deutschland. Doch das Nachbarland hat Vorarlberg unlängst zum Corona-Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss einen negativen PCR-Test vorlegen oder in Quarantäne. Unter diesen Bedingungen ist ein entspannter Wintertourismus schwer vorstellbar – zumal wenig Aussicht darauf besteht, dass Vorarlberg bald von der Risikoliste gestrichen werden könnte.
Quarantäneverordnung verschärft
Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Denn Tagestourismus bleibt trotz Reisewarnung eine Option. So dürfen etwa Personen aus Baden-Württemberg oder Bayern für 48 Stunden einreisen, ohne dass sie bei der Rückfahrt einen Test vorlegen oder in Quarantäne müssen. In der bayerischen Quarantäneverordnung ist festgehalten, dass dieser kurze Aufenthalt im Ausland “nicht der privaten Teilnahme an einer kulturellen Veranstaltung, einem Sportereignis, einer öffentlichen Festivität oder einer sonstigen Freizeitveranstaltung“ dienen darf. Sportliche Aktivitäten wie Skifahren oder Wandern sind aber prinzipiell erlaubt.
Doch ab 8. November droht eine Verschärfung der deutschen Quarantänevorschriften. Fest steht: Ein “Frei-Testen” soll grundsätzlich erst ab dem fünften Tag Quarantäne möglich sein. Zuständig sind die Bundesländer. Damit diese möglichst einheitlich vorgehen, gibt es eine Muster-Quarantäneverordnung. Neben anderen Ausnahmen ist auch von einer 24-Stunden-Regel die Rede. Wie die Länder vorgehen, ist aber unklar. Derzeit könne noch nicht gesagt werden, inwieweit die Muster-Verordnung in Bayern umgesetzt werde, welche Ausnahmevorschriften gelten, erfuhren die VN von einem bayerischen Ministeriumssprecher.
Hoteliers mit Sorgen
Eine 48-Stunden- oder gar 24-Stunden-Regel würde den heimischen Hoteliers wenig bringen, betont Markus Kegele, Betreiber des Hotels Mondschein in Stuben und Sprecher der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer: „Für die Vorarlberger Hotellerie ist die Regelung eine Katastrophe. Wir haben ja auch viele deutsche Gäste von weiter weg, etwa aus Berlin oder Hamburg, die nicht für 24 oder 48 Stunden kommen.“ Kegele wünscht sich deswegen von den Politikern rasche Lösungen. „Wir brauchen Perspektiven.“
Kritisch beäugt auch der Oberlecher Hotelier Gerhard Lucian die Meldungen in Sachen Tagestourismus. „Es wäre ein großer Schaden, wenn wir nur mehr Tagestouristen hätten. Wichtiger wäre es, die Zahlen an Infizierten senken zu können und so die Reisewarnungen wegzubringen.“ Sein Branchenkollege in Lech, Johannes Pfefferkorn, sieht es ähnlich. „Wir müssen uns auf jene Gäste konzentrieren, die bei uns nächtigen.“ Pfefferkorn blickt mit großen Sorgen in Richtung Winter: „Aus meiner Sicht ist die Wintersaison fraglich, wenn nicht rasch gehandelt wird.“ VN-RAM, MIH, TW