Bundesrettungskommandant: “Corona-Kontaktpersonen nicht mehr testen”

„Slowenien testet Kontaktpersonen nicht und hat so eine bessere EU-Einschätzung“, sagt
Gerry Foitik. APA
Gerry Foitik würde Teststrategie ändern. Damit würden die Zahlen besser, was dem Tourismus dienlich wäre.
Wien Dieses Papier hätte seinen Weg nicht an die Öffentlichkeit finden dürfen, meint Bundesrettungskommandant Gerry Foitik. Er hatte es geschrieben und an den Bundeskanzler adressiert. Der Rot-Kreuz-Kommandant kritisiert darin die Corona-Strategie der Regierung – und schlägt vor, direkte Kontaktpersonen von Coronainfizierten nicht mehr zu testen. Die Inzidenz sinke dann sofort um 500 täglich. Angesichts der aktuellen Reisewarnungen könne dies dem Wintertourismus dienlich sein. Dass dies eine Manipulation der Coronazahlen sei, weist Foitik zurück. Auf der Karte des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten, die Österreich aktuell mit der Farbe “Rot” belegt, wären bei den gegenwärtigen unterschiedlichen Teststrategien keine realen Vergleiche möglich.
Der Bundesrettungskommandant stellt fest, dass die Testungen von sich bereits in Quarantäne befindlichen Personen aus derzeitiger Sicht keine Änderung bringen würden. Die Gefahr sei ja gebannt. Außerdem müssten auch negativ Getestete in Quarantäne bleiben. Bei asymptomatischen Personen habe ein positives Testergebnis keine therapeutischen Folgen. Ohne Tests von Kontaktpersonen “1” würde die Inzidenz also nicht nur sinken. Es würden auch Ressourcen freigespielt, hält Foitik fest. Ausnahmen sollen Angehörige einer Risikogruppe sein. Sind sie als Kontaktperson eingestuft, müssten sie in jedem Fall getestet werden.
Gratis-Masken für über 65-Jährige
In dem Papier geht es aber um mehr als nur die Teststrategie. So regt Foitik eine Ausweitung der Maskenpflicht an. Er fordert laut “Falter”, dass in Schulen der Sekundarstufe alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, in der Primarstufe nur die Lehrer. In Unternehmen solle Maskenpflicht gelten, wo sich mehr als eine Person im Raum befinde. Menschen über 65 Jahre müssten kostenlose FFP-2 Masken bekommen. Ebenso schlägt der Bundesrettungskommandant vor, das Kontaktmanagement zu digitalisieren. Infizierte sollen selbst eintragen, mit wem sie in Kontakt gestanden sind. Apotheken sollen Gurgeltests anbieten.