Was die Landespolitik gegen Überhitzung des Wohnungsmarktes tun will

Neue VN-Serie “Das bewegt Vorarlberg”: Diesmal stehen die Wohnkosten im Fokus.
Bregenz Stärken und Schwächen in Vorarlberg auf den Zahn fühlen. So lautet das Ziel der neuen VN-Serie “Das bewegt Vorarlberg”. Diesmal stehen die Wohnkosten im Fokus. Hört man sich unter Branchenkennern um, so befinden wir uns in einer Aufwärtsspirale. Grundstückspreise sind unerschwinglich geworden und die Mieten fressen zu viel vom Lohn. Wie will die Landespolitik gegensteuern?
“Höher bauen Gebot der Stunde”
“Unser Bundesland zählt im bundesweiten Vergleich beim Thema leistbarer Wohnraum zu einem der teuersten Pflaster. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Preise für Wohnhäuser in Vorarlberg um 19,8 Prozent angezogen”, sagt Sabine Schneffknecht (Neos). Für sie liegt auch bei der Baunutzungszahl vieles im argen. “Es wird auf die gleiche Grundstückfläche weniger Wohnraum gebaut. Während die Nutzungszahlen immer noch oft zwischen 60 und 70 liegen, sind diese in Tirol teilweise doppelt so hoch. Das verteuert den Wohnraum im Land massiv. Höher und dichter bauen ist Gebot der Stunde.” Zusätzlich brauche es innovative Wohnmodelle wie Flexi-Mietkauf-Lösungen. Dabei sollen Mietzahlungen für eine kleine Wohnung für den Mietkauf einer größeren Wohnung angerechnet werden. Darüber hinaus müssten Förderungen attraktiver gestaltet und Bauvorschriften dereguliert werden.
Eine Reform des Mietrechtes, die Mobilisierung von derzeit leer stehenden Wohnungen sowie eine Überarbeitung der Bautechnikverordnung fordert Harald Witwer (VP). Das Land investiere inklusive Wohnbeihilfe 386 Euro pro Einwohner in die Förderung des Wohnbaues, seit 2014 seien dafür jährlich 150 Millionen Euro veranschlagt. “Oberste Priorität” hat für Christoph Metzler (Grüne) der Ausbau mit gemeinnützigen Wohnungen in Ortzentren. “Mehr gemeinnützige Wohnungen, sozial treffsichere Wohnbauhilfe sowie die Mobilisierung von Leerstand und gewidmeten Baugrund: vor allem in Krisenzeiten dürfen wir die Menschen nicht mit untragbaren Wohnkosten alleinlassen.”
Christof Bitschi (FP) betont: „Es ist notwendig, das Angebot an leistbarem Wohnraum weiter zu erhöhen. So lange die Nachfrage so hoch bleibt müssen wir den gemeinnützigen Wohnbau weiter ausbauen.” Darüber hinaus will er “sinnlose Bauvorschriften und unnötige Normen” abgeschafft und angesichts hoher Wohnkosten “eine Erhöhung der Wohnbeihilfe für Vorarlberger” eingeführt wissen. “Mit einem stärkeren Gemeinnützigen Sektor würden die Preise im freien Markt im Wettbewerb sinken, Wien als vergleichsweise günstige Großstadt beweist dies”, meint Martin Staudinger (SP). Darüber hinaus sollten Gemeinden Grundstücke für leistbare Wohnungen widmen, sagt Staudinger.
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