Vier Bezirke in OÖ, Salzburg und Tirol werden “rot”

Wels Stadt, Hallein, Innsbruck Stadt und Innsbruck Land betroffen.
Wien Die Corona-Lage in Österreich hat sich am Donnerstag weiter zugespitzt: Mit Stand 9.30 Uhr wurde mit 1.552 Neuinfizierten ein neuer 24-Stunden-Rekordwert verzeichnet. In der Sitzung der Ampel-Kommission am Donnerstag wurde erstmals beschlossen, vier Bezirke in drei Bundesländern auf Rot zu stellen. Betroffen sind demnach Wels Stadt in Oberösterreich, Hallein in Salzburg sowie Innsbruck Stadt und Innsbruck Land in Tirol. Die Bundeshauptstadt Wien bleibt weiter orange.
In einer Empfehlung von Experten an die Kommission waren ursprünglich neun Bezirke zur Debatte gestanden. Die Bundeshauptstadt Wien bleibt so wie bisher orange. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 352,8 Fällen je 100.000 Einwohner (Stand: Mittwoch, 14.00 Uhr) nahm der Tennengau österreichweit mit deutlichem Abstand die unrühmliche Spitzenposition ein. Bei der abendlichen Sitzung der Ampelkommission werde der Bezirk auf Rot geschaltet, sagte Landeshauptmann Wilfred Haslauer. Die Bezirke Pongau (Bezirk St. Johann) und Flachgau (Salzburg-Umgebung) würden am Abend “Orange” gestellt, die Landeshauptstadt bleibe noch knapp bei “Gelb”.
Rot-Kandidaten könnte es aber auch in anderen Bundesländern geben: Wels-Stadt wies in der Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch 218,7 SARS-CoV-2-Fälle je 100.000 Einwohner auf, Innsbruck immerhin 187. Damit liegen die zweitgrößte Stadt Oberösterreichs und die Tiroler Landeshauptstadt deutlich vor Wien. In der Bundeshauptstadt lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch bei 146,3 je 100.000 Einwohner.
Die Neuinfektion stiegen am Donnerstag auch wieder österreichweit wieder an. Mit Stand 9.30 Uhr wurden binnen 24 Stunden 1.552 Personen positiv auf Covid-19 getestet – ein neuer Höchststand. 480 der Fälle wurden in Wien registriert, berichtete das Innenministerium. Am Donnerstag der vergangenen Woche waren es noch 1.209 bestätigte Neuinfektionen.
Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen wandte sich Kanzler Kurz am Donnerstag mit einem schriftlichen Appell an die Bundesländer. In mehreren davon hätten die Zahlen ein “sehr besorgniserregendes Ausmaß” erreicht. Verschärfte Maßnahmen seien dort dringend notwendig, mahnte Kurz.
Was diese Maßnahmen betrifft, so begrüßte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) es, dass diese “von vielen Bezirken und Ländern nun verstärkt Maßnahmen auf Basis der erhöhten Risikobewertung für einzelne Regionen gesetzt werden”, damit würden die neuen Möglichkeiten des Covid-19-Maßnahmengesetzes und der Ampel genützt.
Eine dieser regionalen Regelungen wurde am Donnerstag verlängert: In Vorarlberg müssen Gastronomiebetriebe weiterhin um 22.00 Uhr schließen. Das Land verkündete am Donnerstag die Verlängerung der Maßnahme auf bisher noch unbestimmte Zeit. In Oberösterreich wird unterdessen die Einführung einer verpflichtenden Gästeregistrierung in der Gastronomie angedacht.
Kurz äußerte sich zudem auch zur Gesamtentwicklung: “Derzeit sehen wir in einigen Städten und Ländern Europas eine massive Ausbreitung des Virus, die es notwendig macht, mit sehr drastischen Maßnahmen dagegen zu kämpfen”, so der Bundeskanzler in dem der APA vorliegenden Text: “Es muss allen im Land klar sein: Die Lage ist ernst.” Eine Neuinfektionsrate wie etwa im Nachbarland Tschechien führe zu fatalen Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Unternehmen, bringe das Gesundheitssystem an die Kapazitätsgrenzen und verursache de facto einen zweiten Lockdown. APA