Einwallner gilt als Top-Kandidat als neuer SP-Parteichef

Politik / 28.09.2020 • 19:30 Uhr
Nationalrat Reinhold Einwallner (r.) wird als Favorit für das Erbe von Martin Staudinger als Landeschef der Genossen gehandelt. <span class="copyright">VN/Archiv</span>
Nationalrat Reinhold Einwallner (r.) wird als Favorit für das Erbe von Martin Staudinger als Landeschef der Genossen gehandelt. VN/Archiv

Bregenzer Nationalrat gilt unter vielen Vorarlberger Genossen als Wunschkandidat. Dornbirner Thomas Hopfner neuer Klubchef.

Bregenz, Dornbirn Urnengänge sorgen naturgemäß vielfach für Personalrochaden. So auch die jüngste Bürgermeister-Stichwahl, bei der die Vorarlberger Sozialdemokraten Erfolge einfuhren. Einerseits konnte Michael Ritsch den Bregenzer Stadtchef Markus Linhart (VP) überflügeln und andererseits ging Martin Staudinger in der Stichwahl gegen die Harder Gemeindechefin Evi Mair (VP) als Sieger hervor. Weil Ritsch in der Funktion des Gemeindechefs der Landeshauptstadt einen Fulltimejob sieht, wird er in der Landtagssitzung am 7. Oktober auf sein Mandat verzichten. „Das habe ich von Anfang an gesagt, ich will mich voll und ganz auf Bregenz konzentrieren“, bestätigt Ritsch auf VN-Anfrage.

Ritsch hängt sein Mandat an den Nagel

Die vor allem für VP-Spitzen wie LH Markus Wallner überraschende Erfolgssträhne der Genossen sorgt für weitere personelle Wechsel. Weil Michael Ritsch sein Mandat an den Nagel hängt, rückt der Dornbirner Thomas Hopfner als neuer Abgeordneter in den Landtag nach. Doch damit nicht genug. Hopfner, der seine Brötchen als Leiter der Landespolizeischule verdient, übernimmt gleichzeitig den Klubvorsitz von Staudinger. Hopfner ist sich bewusst, dass er sich vor diesem Hintergrund in der Polizeischmiede in Feldkirch „beruflich teilweise zurückziehen“ wird müssen. „Dieser Rückzug muss allerdings geordnet geschehen. Der Erfolg bei den Stichwahlen hat in der Partei eine positive Dynamik ausgelöst und diese gilt es jetzt auch entsprechend zu nutzen“, sagte Hopfner im Gespräch mit den VN.

„Wir haben Thomas Hopfner bei einer Sitzung des Klubs einstimmig zu meinem Nachfolger gewählt. Er ist Experte in Bereichen wie Sicherheit sowie Integration und Bildung und besitzt darüber hinaus auch gute Führungsqualitäten“, streut Landesparteichef Staudinger dem Dornbirner Vorschusslorbeeren. Die Angelobung von Hopfner wird in der Landtagssitzung am Mittwoch, 18. November, erfolgen. Staudinger, der bis dann die Amtsgeschäfte als neuer Bürgermeister von Hard offiziell übernommen haben dürfte, tritt gleichzeitig in die zweite Reihe zurück, bleibt einfacher Mandatar im Landtag und zumindest noch bis 2021 Parteichef der Sozialdemokraten.

"Unser Erfolg bei den Stichwahlen hat in der Partei eine positive Dynamik ausgelöst", sagt der neue Klubchef der SP im Landtag, Thomas Hopfner.
"Unser Erfolg bei den Stichwahlen hat in der Partei eine positive Dynamik ausgelöst", sagt der neue Klubchef der SP im Landtag, Thomas Hopfner.

Auer und Ritsch winken energisch ab

Wie bereits im VN-Sommergespräch angekündigt, will Staudinger den Job des Parteichefs abtreten. Wer dieses Erbe antreten soll, darüber hüllt man sich bei den Roten (noch) in Schweigen. So gut wie fix ist bisher lediglich der Zeitpunkt der Hofübergabe, sie soll im Frühling 2021 erfolgen. Neben der ÖGB-Geschäftsführerin und Abgeordneten Manuela Auer fällt hinter den Kulissen auch der Name Michael Ritsch, der diese Funktion bekanntlich bereits über Jahre bekleidet hatte.

Die beiden sollen jedoch bereits „energisch abgewunken“ haben, erzählen Genossen. Als „absoluter Wunschkandidat“ für den Parteichefsessel wird hingegen Nationalrat Reinhold Einwallner immer öfter genannt. Der Bregenzer ist in der Partei kein Unbekannter. Einwallner war in Vorarlberg als Landesgeschäftsführer tätig und erbte im Hohen Haus in der Bundeshauptstadt den Sessel von Elmar Mayer.