Ein Hangar für Bludesch

Politik / 24.09.2020 • 09:00 Uhr
Gerade im Hinblick auf Katastrophen- und Lawineneinsätze sei der neue Hangar wichtig, sagt Landeshauptmann Markus Wallner. <span class="copyright">VN</span>
Gerade im Hinblick auf Katastrophen- und Lawineneinsätze sei der neue Hangar wichtig, sagt Landeshauptmann Markus Wallner. VN

Die Walgaukaserne wird zum temporären Stützpunkt der neuen Hubschrauber.

Wien, Schwarzach 300 Millionen Euro kosten die neuen Hubschrauber für das Bundesheer. Ein bisschen was davon fließt nach Vorarlberg. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) kündigt an, 600.000 Euro in den Bau eines Hangars in der Walgaukaserne zu investieren. Das bedeutet nicht, dass das Militär im Land einen eigenen Hubschrauber erhält. Im Katastrophenfall sollen künftig aber mehrere Helikopter in Bludesch stationiert werden können.

Neues von Leonardo

Die neuen Hubschrauber kommen vom italienischen Hersteller Leonardo undersetzen die Alouette III, die Ende 2023 aus Altersschwäche den Dienst einstellen müssen. Sie sollen verschiedene Aufgaben erfüllen; von Personen- und Materialtransport bis zu Löscharbeiten. Die Investition von 300 Millionen Euro umfasst nicht nur die Beschaffung der Hubschrauber, sondern auch die dazugehörige Infrastruktur, Technik, Logistik und Ausbildung, erklärt Ministeriumssprecher Michael Bauer auf VN-Anfrage.

Zwölf Hubschrauber werden im steirischen Aigen und sechs im niederösterreichischen Langenlebarn stationiert. Zusätzlich wird es in Kärnten, Tirol und Vorarlberg temporäre Stützpunkte geben. „Wenn es die Wetterlage erwarten lässt, dass es Hubschrauber im Land benötigt, können sie dort stationiert werden“, erklärt Bauer.

Noch laufe die Planung zur Größe des Vorarlberger Hangars. Mindestens zwei Hubschrauber sollen dort stationiert werden können. Verteidigungsministerin Tanner sieht das Bundesheer damit in der Lage auch in Vorarlberg bei Krisen und Notsituationen immer vor Ort sein zu können.

Langjährige Forderung

Mit dem Bau eines Hangars kommt das Verteidigungsressort einer langjährigen Forderung der Landespolitik und des Militärkommandos nach. „Mit dem neuen Gerät nutzen wir die Chance, die Infrastruktur professionell aufzustellen“, sagt Ministeriumssprecher Bauer. „Hubschrauber können so auch über einen längeren Zeitraum im Ländle einsatzfähig gehalten und betrieben werden“, fügt Militärkommandant Gunther Hessel hinzu. Je nach Lageeinschätzung werden auch Techniker und Ersatzpiloten mit den Hubschraubern nach Vorarlberg geschickt. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) ortet einen Qualitätssprung bei Sicherheitsfragen. Besonders bei Extremwetterlagen sei die Unterstützung des Bundesheeres wichtig, hält Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) fest.

Ein Hangar kann allerdings nicht alles lösen. Wie die VN berichteten, fehlt in Bludesch ein Garagentrakt für die neuen gepanzerten Gebirgsspezialfahrzeuge (Hägglunds). Eigentlich wären nur Garagentore nötig. Bislang wartete das Bundesheer im Land vergeblich auf Investitionen in Notstromversorgung und Tankanlage sowie in Nachtsichtgeräte oder Scharfschützengewehre. Der Miliz fehlt es an allem.