Aus für Urlaubsträume in Coronazeiten

Reisewarnung für die spanischen Balearen in Kraft. Anhaltender Unmut über Stau-Chaos an der Grenze zu Slowenien.
BREGENZ, WIEN Die österreichische Reisewarnung für die spanischen Balearen ist in Kraft. Seit Montagmitternacht gilt: Rückkehrer aus Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera müssen bei der Einreise einen negativen Coronatest mit sich führen, der nicht älter als drei Tage sein darf. Können sie das nicht, ist es möglich, den Test innerhalb von 48 Stunden nachzuholen. Bis ein negatives Ergebnis vorliegt, müssen die Urlauber in Quarantäne. Für das spanische Festland gelten diese Bestimmungen wegen gestiegener Infektionszahlen bereits seit 10. August, ausgenommen bleiben die Kanaren. Zuvor war auch schon das beliebte Urlaubsland Kroatien zu einem der mittlerweile mehr als 30 Corona-Risikogebiete erklärt worden.
Überschaubare Zahl
Österreichweit sind etwa 1000 Pauschalreisende sowie 1500 bis 2000 Individualtouristen von der Reisewarnung für die Balearen betroffen, schätzte Josef Peterleithner, Präsident des Österreichischen ReiseVerbands und TUI-Austria-Prokurist vergangene Woche. Wie hoch die Zahl der Vorarlberger Urlauber ist, könne er derzeit noch nicht genau beziffern, sagt Klaus Herburger, Fachgruppenobmann der Reisebüros in der Vorarlberger Wirtschaftskammer. Grundsätzlich dürfte es heuer aber vergleichsweise überschaubar sein.
Liegt eine Reisewarnung der Stufe fünf und sechs vor, können Pauschalreisende ihren kurz bevorstehenden Urlaub kostenlos stornieren. Ist die Reise erst in einigen Wochen geplant, müssen die Urlauber die weiteren Entwicklungen abwarten. Es empfiehlt sich aber auf jeden Fall, mit dem Reisebüro in Kontakt zu treten, sagt der Reiseunternehmer. Möglicherweise lässt sich der Urlaub umbuchen. Schwieriger wird es für Individualreisende. Sie sind vom Entgegenkommen der gebuchten Hotels und Airlines abhängig.
Für den Tourismus in Ländern wie Spanien und Kroatien seien die Reisewarnungen jedenfalls verheerend, gibt Herburger zu bedenken. Aber auch die heimische Reisebürobranche habe damit zu kämpfen. “Schwierig wird es natürlich nun vor allem für Anbieter, die sich auf die Balearen spezialisiert haben.” Derzeit herrsche eine große Unsicherheit darüber, wie es weitergeht.
Streit um neue Regeln
Am Wochenende war es an der Kärntner Grenze zu Slowenien bereits zur Nervenprobe für viele Urlauber gekommen. Sie mussten bis zu 15 Stunden in ihren Autos im Stau ausharren. Betroffen waren vor allem deutsche und niederländische Touristen auf dem Weg von Kroatien in ihre Heimatländer. In einer Pressekonferenz am Montag bemängelte Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) den fehlenden Austausch zwischen den Behörden. „Lieber mehrmals zu viel miteinander kommunizieren, als einmal zu wenig“, forderte Kaiser.
Anstoß der Verwirrung war eine Änderung der Einreiseverordnung. Ein- und Durchreisende aus Risikogebieten müssen demnach ein Formular ausfüllen und mit sich führen. An der Kärntner Grenze waren die neuen Vorgaben rigoros ausgelegt und jedes Auto kontrolliert worden. Das führte zu den Staus. Kaiser ordnete schließlich Stichproben-Kontrollen an und begründete das mit dem Menschenwohl. Das Gesundheitsministerium erläuterte daraufhin, dass ohnehin stichprobenartige Kontrollen erlaubt gewesen seien. Zudem seien die Länder rechtzeitig informiert worden. Ressortchef Rudolf Anschober (Grüne) betonte, dass bei den Kontrollen verhältnismäßig vorzugehen sei. Kärnten habe das “offensichtlich nicht” verwirklicht.
In Vorarlberg ist aktuell ein lokales Team im Land unterwegs, das etwa an Autobahnraststätten nach Fahrzeugen aus Risikogebieten Ausschau hält. Zudem gibt es schwerpunktmäßige Grenzkontrollen. Wer sich zehn Tage durchgängig in einem als sicher eingestuften Ländern aufgehalten hat, zu denen Deutschland, Schweiz und Liechtenstein zählen, muss kein Formular für einen Ausflug nach Vorarlberg ausfüllen.