Darum gibt es eine Schwachstelle bei der Einreise aus Risikogebieten

Politik / 24.07.2020 • 10:00 Uhr
Darum gibt es eine Schwachstelle bei der Einreise aus Risikogebieten
Insbesondere an den Grenzen zu Slowenien und Ungarn soll verstärkt kontrolliert werden. Es geht vor allem um Reisende aus Westbalkanländern. APA

Coronatest eigentlich zwingend notwendig, kann aber umgangen werden.

WIEN, BREGENZ Um die steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, setzt die Bundesregierung ab heute nicht nur auf eine Rückkehr der Maskenpflicht. Auch die Situation an den Grenzen erfährt ein besonderes Augenmerk. Insbesondere der Westbalkan steht im Fokus. Wegen steigender Infektionszahlen gilt für die Länder dieser Region die höchste Reisewarnstufe. Die Regierung vermutet, dass viele neue Cluster auf Rückkehrer zurückzuführen seien. Reisen in diese Region sollten daher komplett unterlassen werden, fordert Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Ab heute gelten daher strengere Regeln für die Einreise. An den Grenzen wird schärfer kontrolliert.

Aus Risikogebieten darf also ab heute nur noch nach Österreich kommen, wer einen negativen Coronatest vorlegen kann, der nicht älter als 72 Stunden ist. Alternativen, also beispielsweise eine 14-tägige Heimquarantäne, gibt es nicht mehr. Man muss in Quarantäne, selbst bei einem negativen Testergebnis. Staatsbürger oder Personen mit Wohnsitz in Österreich können in begründeten Ausnahmefällen 48 Stunden nach der Einreise einen Test nachholen. Quarantäne ist trotzdem Pflicht. Die genauen Risikogebiete waren am Donnerstag noch nicht bekannt. Reisewarnungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus gelten zum aktuellen Zeitpunkt für 32 Staaten, darunter Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Albanien, den Kosovo, die Türkei, das Vereinigte Königreich, Schweden und die USA.

Mobiles Team unterwegs

Wie Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) ankündigte, wird auch wieder stärker an den Grenzen kontrolliert. Da es vor allem um Reisende aus den Balkanstaaten geht, sind hauptsächlich die Grenzen zu Slowenien und Ungarn betroffen, wie das Innenressort auf VN-Nachfrage erklärte. Es kann aber auch jederzeit im Hinterland kontrolliert werden. Das wird auch verstärkt in Vorarlberg geschehen. Der Grund: Wer beispielsweise aus einem als Risikoland definierten Staat über Deutschland nach Vorarlberg einreist, braucht wegen fehlender Grenzkontrollen keinen PCR-Test vorzuweisen. Vorarlbergs Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) räumte gegenüber den VN diese Schwachstelle im System ein. Gleichzeitig betonte er, dass täglich ein mobiles Team im Land unterwegs sei, um auf Autobahnparkplätzen nach Lkw aus Risikoländern Ausschau zu halten und die Lenker zu kontrollieren. Ebenfalls im Visier der mobilen Kontrolleure sind Flixbusse und Züge, die aus Risikoländern kommen. Gantner: „Es muss also auch innerhalb Vorarlbergs jederzeit mit Kontrollen gerechnet werden.“ VN-MM, RAM