Was Gesundheitsexperte Fidler zur Maskenpflicht in Vorarlberg sagt

Die Präventionsmaßnahme solle dazu führen, dass die Zahl der Infizierten niedrig bleibt.
hörbranz Eine Maskenpflicht, die sich nur auf bestimmte Orte wie Supermärkte oder die Post beschränkt, habe mit Risikoabwägung zu tun, sagt Gesundheitsexperte Armin Fidler vom Management Center Innsbruck (MCI). Die Vorgabe mache jedenfalls auch in Vorarlberg mit seinen wenigen Fällen Sinn.
Ist es zielführend, dass der Mund-Nasen-Schutz nur in Supermärkten, bei der Post und in Banken getragen werden muss?
Mit einer Maske kann man sich und andere überall dort schützen, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Das sagt uns die Wissenschaft. Wie die Maßnahme letztlich umgesetzt wird, hat mit einer Risikoabwägung zu tun. Die Regierung argumentiert damit, dass man sich aussuchen kann, ob Bekleidungsgeschäfte oder Gaststätten aufgesucht werden. Bei Supermärkten, der Post und Banken geht das nicht. So lange das Risiko relativ gering ist, soll die Maßnahme zuerst an diesen Orten gelten. Auf null wird man das Risiko nicht minimieren können, doch die Frage ist, wie gehen wir mit dem Restrisiko um? Es handelt sich nun um einen Kompromiss. Ich möchte daran erinnern, dass wir im europäischen Vergleich ohnehin sehr liberale Vorschriften haben. In Frankreich gilt die Pflicht zur Maske fast überall, sei es in Restaurants oder sämtlichen Geschäften.
Ist eine Maskenpflicht in Vorarlberg mit seinen wenigen Fällen nicht überzogen?
Es handelt sich um eine Präventionsmaßnahme. Es soll ja bei den wenigen Fällen bleiben. Haben sich 100 infiziert, ist es wahrscheinlich schon zu spät. Den Effekt einer Vorgabe sehen wir erst in zwei Wochen. Wie der Gesundheitsminister aufgezeigt hat, geht die Kurve derzeit tendenziell nach oben. Es gilt die Maxime, rasch zu handeln. Erst im Nachhinein tätig zu werden, ist zu spät. Dann haben wir US-amerikanische Verhältnisse.
Sollte man in diesem Fall die Maskenpflicht besser wieder so gestalten, wie das vor der Abschaffung Mitte Juni war?
Das wäre die saubere logische Lösung. Aber für die Regierung geht das offenbar einen Schritt zu weit. Sie will jetzt eben vor allem jene schützen, die ein höheres Risiko haben, zum Beispiel ältere Menschen. Deshalb gilt die Maskenpflicht ja auch nach wie vor noch in Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern. Aber ja, es ist ein Kompromiss.