Kulisse: Überstundenrekord im Homeoffice hat ein Nachspiel

Politik, Personen und Parteien: Die VN beleuchten in ihrer wöchentlichen Rubrik Hintergründe.
Bregenz „Wie kann es sein, dass ein Landesbediensteter mit einer 50-Prozent-Stelle, die wegen Corona kein höheres Arbeitspensum erfordert hat, 160 Überstunden anhäufen kann? Wer hat ihm diese hohe Zahl an Überstunden im Homeoffice überhaupt genehmigt?“ Diese Fragen stellt man sich nicht nur im Umfeld des Büros von Landeshauptmann Markus Wallner (52, VP), seit bekannt wurde, dass sich Ex-Klubchef und Bundesrat Adi Gross (58, Grüne) einen Zeitausgleich über sechs Wochen an einem Stück gönnen will und öffentlich darauf pocht. In erster Linie angesprochen, so heißt es im Landhaus, sei Umweltlandesrat Johannes Rauch (61, Grüne) als politisch Verantwortlicher und Parteifreund des Energieexperten Gross, der übrigens vor seinem Eintritt in den Bundesrat bereits im Spätherbst 2019 eine „gesundheitliche Regenerationszeit“ von sechs Monaten eingelegt hatte. Freilich wird auch Christian Vögel (44) als Abteilungsleiter des Fachbereichs Energie & Klimaschutz zu jenem Personenkreis gezählt, der von seinem Bediensteten Gross („Ich habe Zeiten angesammelt und das gute Recht, mich jetzt zu erholen“) Erklärungen und Begründungen für seine bemerkenswerte Zahl an Überstunden einfordern müsse. Dass der Zeitausgleich und dessen Genehmigung noch nicht vom Tisch ist und definitiv ein Nachspiel haben wird, steht im Landhaus so gut wie fest.