Sommerschule nur bei Deutschschwäche

Politik / 30.05.2020 • 09:00 Uhr
Sommerschule nur bei Deutschschwäche
Kinder, die eine Deutschförderklasse besuchen, können in den letzten zwei Ferienwochen in die Sommerschule. Das Angebot ist freiwillig. Wer sich angemeldet hat, muss aber erscheinen. APA

Angebot für die letzten zwei Ferienwochen: Teilnahme ist keine Pflicht. Planung läuft.

Wien Es wird eine Sommerschule geben. Aber nicht für alle. Und nicht sehr lange. So viel steht fest, wie einem Schreiben des  Bildungsministerium zu entnehmen ist. Demnach soll die Sommerschule nur Deutschkurse umfassen und in den letzten zwei Ferienwochen stattfinden, in Vorarlberg also vom 31. August bis zum 11. September.

Es werde ein ergänzender Unterricht in Form einer Deutschförderung, heißt es in dem Brief des Ministeriums an die Bildungsdirektionen. Ziel sei es, die Unterrichtssprache zu erwerben und zu festigen. Schüler der Primar- und Sekundarstufe sind dazu eingeladen. Voraussetzung ist, dass sie Deutschförderklassen oder -kurse besuchen, im laufenden Schuljahr im Fach Deutsch ein Nicht Genügend hatten oder zwischen einem Vierer und Fünfer schwanken. Verpflichtend ist das Angebot aber nicht.

Jetzt liegt es an der Bildungsdirektion, die Umsetzung der Sommerschule zu koordinieren. Der pädagogische Leiter in Vorarlberg, Andreas Kappaurer, muss mit der Planung von Null beginnen und diese bis Ende Juni abgeschlossen haben. „Wir erheben gerade, wie viele Schüler die Sommerschule in Anspruch nehmen könnten.“ Zu den Standorten gebe es bereits eine Rohplanung, allerdings müsse mit den zuständigen Direktoren erst Kontakt aufgenommen werden. Am Ende obliegt nämlich der Schulleitung die Verantwortung für die Organisation an ihrer Schule. In Frage kommen Standorte in den Städten Bludenz, Feldkirch, Hohenems, Dornbirn und Bregenz. Weiteres könnten welche in Rankweil und Götzis geplant sein, wahrscheinlich auch in Bezau, Hörbranz, Nenzing, Hard und Lauterach, erklärt Kappaurer.

Der Standort alleine reicht aber nicht. Die Schüler müssen schließlich unterrichtet werden. Hier sollen vor allem Studenten zum Zug kommen. Viele von ihnen hätten aufgrund der Coronakrise ihre Praxiseinheiten nicht entsprechend absolvieren können. In den zwei Sommerschulwochen hätten sie nun die Möglichkeit, diese nachzuholen. Ihnen würden dafür fünf ECTS-Punkte für ihr Studium angerechnet, erklärt der pädagogische Leiter in der Bildungsdirektion. Kommen Lehrer zum Zug, erhalten diese für die Durchführung der Sommerschule Mehrdienstleistungen. Die Schulleiter bekommen eine Belohnung.

Das Bildungsministerium legt fest, dass das Angebot kostenfrei und in Kleingruppen von acht bis 15 Personen organisiert werden soll. Es müsse mindestens zwei Gruppen pro Standort geben. Die Sommerschule dürfe niemals als Strafe angesehen werden, heißt es. Das sei sie nämlich nicht. Sie sei eine Chance für die Schüler, aufzuholen und gestärkt in das kommende Schuljahr einzusteigen.