Lech: Evaluierung ohne Stopp beim Zentrumsbau

Arbeiten für Zentrumsbau in Lech werden ungeachtet von Corona fortgesetzt.
Lech Im Tourismuseldorado Lech soll, wie bereits mehrfach in den VN berichtet, ein neues Gemeindezentrum entstehen. Für die Umsetzung des Projekts greift die Kommune tief in die Kasse. Die Gesamtkosten werden nämlich mit mehr als 38 Millionen Euro beziffert. Dafür dürfte die Gemeinde über viele Jahre hinweg Darlehen zu bedienen haben. Das Jahresbudget der Tourismusgemeinde Lech liegt derzeit durchschnittlich bei rund 25 Millionen Euro. Die Arbeiten für das Großprojekt, das 2022 fertiggestellt werden soll, laufen trotz Corona auf Hochtouren weiter. Im Vorjahr wurden bereits rund 2,6 Millionen Euro investiert. Heuer soll die Summe der Investitionen mit 8,5 Millionen deutlich höher zu Buche schlagen.
Gesamtbudget wird evaluiert
In der Arlberggemeinde kursierende Meldungen, wonach eine bevorstehende Evaluierung des Vorhabens für einen Baustopp sorgen könnte, will man in der Gemeindestube nicht bestätigen. Kritiker des Zentrums hatten dies offenbar aus den Zeilen in einem Postwurf an alle Haushalte in Lech, Zürs und Zug herausgelesen. “Es ist richtig, dass eine Evaluierung bevorsteht. Dabei geht es aber um eine Evaluierung des gesamten Gemeindebudgets von Lech und nicht speziell um die Investitionen ins Gemeindezentrum”, betont Langzeitbürgermeister Ludwig Muxel. Man gehe über die Bücher, um herauszufinden, welche Projekte unbedingt umgesetzt werden müssten und welche man terminlich problemlos auf eine späteren Zeitpunkt fixieren könne, sagt Muxel auf Anfrage der VN. “Am Bau des Gemeindezentrums, für dessen Umsetzung im Vorjahr 17 von 18 Gemeindevertretern gestimmt haben, halten wir auf jeden Fall fest. Beschlüsse und bestehende Verträge müssen eingehalten werden”, erklärt der Bürgermeister.
Zweite Bauetappe bis 30. November
Zurück zum Bau selbst, der auf Hochtouren läuft. Gestartet wurde heuer ungewohnt früh, nämlich bereits am 15. April. Grund dafür bildete der durch Corona bedingte abrupte Abbruch der Wintersaison, erklärt Michael Haßler als Projektleiter im Gespräch mit den VN. Derzeit laufe die zweite von insgesamt vier Bauphasen. Während dieser bis voraussichtlich 30. November laufenden Bauetappe soll nicht nur die Landesstraße umgelegt werden. Auch die Baugrube samt Rohbauarbeiten für die zweigeschoßige Tiefgarage zählen dazu. In der Folge werde die Baustelle aufgeräumt und für den Saisonstart vorbereitet, sagt Haßler und gibt sich optimistisch, die angepeilten Bauziele heuer auch in die Tat umsetzen zu können.
Stichwort Optimismus: Der Projektleiter geht nicht nur davon aus, dass er die dritte Etappe und damit den Hochbaubereich am 1. Mai kommenden Jahres in Angriff nehmen kann. Auch im Hinblick auf die Fertigstellung des Vorhabens in zwei Jahren ist Haßler guter Dinge.
„Heuer wird die gesamte Investitionssumme bei rund 8,5 Millionen Euro liegen.“
Michael Haßler
Projektleiter Gemeindezentrum