Corona bringt Feldkirchs Stadttunnelbau ins Stocken

Bevorstehende Evaluierung des Tunnelbauprojekts könnte für Bauverzögerung sorgen.
Feldkirch, Bregenz Die Pandemie verschont offenbar auch Großprojekte wie den Bau des Feldkircher Stadttunnels nicht. Das Vorhaben, das Feldkirch eine Entlastung von der täglichen Blechlawine bescheren soll und dessen Bau ca. 260 Millionen Euro verschlingen dürfte, gerät offenbar mächtig ins Stocken. „Die Vorarbeiten werden fertiggestellt. Dann steht so wie bei anderen Großprojekten im Land eine Evaluierung bevor“, sagt Marco Tittler (VP) als ressortzuständiger Landesrat im Gespräch mit den VN. Was die Evaluierung vor dem Hintergrund von noch nicht konkret bezifferten Riesensummen aus dem Landesbudget für Corona-Hilfsgelder ergeben wird, konnte Tittler freilich nicht sagen.
Verkehrszählstelle wird installiert
Die vorbereitenden Maßnahmen zum Röhrenbau hätten im Herbst 2019 mit einer Uferbefestigung an der Ill in der Felsenauschlucht begonnen, erklärt Projektleiter Bernhard Braza. „Die Uferbefestigung ist abgeschlossen und wird künftig die Weichenanlage für die Bahnverladung des Ausbruchmaterials tragen. Die Weiche soll voraussichtlich von den ÖBB im Sommer eingebaut werden.“ Seit März 2020 würden nach einer durch Corona bedingten Unterbrechung die Straßenbauarbeiten planmäßig laufen. Dabei verlege die Firma Hilti+Jehle die Schillerstraße (L191a). Durch den Straßen- und Leitungsneubau werde die spätere städtebauliche Nutzung des sogenannten „Schulbrüderareals“ vorbereitet. „Um die Entlastungswirkung des künftigen Tunnels evaluieren zu können, wird gemäß UVP-Vorgabe eine Verkehrszählstelle gesetzt.“ Auf sich warten lässt immer noch eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs über eine Beschwerde der Tunnelgegner. Diese Entscheidung hat jedoch für den Bau keine aufschiebende Wirkung.