Corona sprengt Fördertopf

Land verwirft wegen Pandemiefolgen ursprüngliches Limit für die Förderung von Arbeitsmarktprojekten.
Bregenz Dramatische Situationen im Bereich der Arbeitsplätze zwingen zu besonderem Handeln: Land und AMS erweitern und überarbeiten die Pläne für das Arbeitsmarktprogramm. Dies kündigten LH Markus Wallner sowie Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und AMS-Chef Bernhard Bereuter an. Gerade für besonders stark betroffene Gruppen wie Langzeitarbeitslose oder Jugendliche und Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen müssten die Programme angepasst und ausgeweitet werden. “Ich habe den Auftrag erteilt, das Auffangnetz für Jugendliche noch enger zu knüpfen”, betonte LH Wallner.
Fördertopf fliegt der Deckel weg
Vor diesem Hintergrund werden die Mittel aufgestockt. „Das Allerwichtigste ist, die Wirtschaft hochzufahren und gleichzeitig Konjunkturimpulse zu setzen“, betonten Wallner und Tittler. Erste positive Tendendenzen seien erkennbar, etwa im Handel oder im Baugewerbe. An die Betriebe richtete Wallner den Appell, ihre Lehrstellen zu besetzen. „Nach wirtschaftlicher Erholung werden Arbeitsplätze dringend gebraucht. Gleichzeitig geben Sie damit den jungen Menschen eine Perspektive.” Dass die von Land und AMS angepeilten Geldmittel in einer Gesamthöhe von 47 Millionen Euro nicht ausreichen werden, ist Land und AMS bewusst. Das Land stellt 9,1 Millionen zur Verfügung. „Wir müssen so rasch wie möglich zu einer Trendwende am Arbeitsmarkt kommen. Deshalb wird dieser Fördertopf nach oben geöffnet“, sagte Wallner. „Das Potenzial junger Menschen optimal zu nutzen und ihnen eine zukunftsorientierte Ausbildung und positive berufliche Perspektive zu bieten, bleibt eines der obersten arbeitsmarktpolitischen Ziele“, betonte Tittler. „Auf keinen Jugendlichen verzichten. Dieses politische Bekenntnis gilt weiterhin.“
Jobgarantie für Jugendliche bleibt
Deshalb werden Programme wie Talente-Check oder Lehrstellenförderung ausgeweitet. Ebenso bedarfsgerecht aufgestockt wird die Zahl der Plätze in überbetrieblichen Ausbildungszentren. „Wir müssen das Auffangnetz für Jugendliche noch enger spannen“, kündigte Wallner an. „Wir stellen jene Mittel zur Verfügung, die es braucht. Auch die Beschäftigungsgarantie für Jugendliche bleibt weiterhin aufrecht.“
Impulse müssten auch beim zweiten Arbeitsmarkt gesetzt werden, stellten Wallner und Tittler fest. Non-Profit-Organisationen führen im Auftrag des AMS Beschäftigungsprojekte mit dem Ziel der beruflichen Integration von langzeitarbeitslosen und am Arbeitsmarkt benachteiligten Personen durch. Ursprünglich geplant war ein befristetes Arbeitsverhältnis für 479 Personen. „Auch hier werden die Mittel erhöht. Das gilt auch für Eingliederungshilfen oder für arbeitsplatznahe Qualifizierungsmaßnahmen.“
„Das Allerwichtigste ist, die Wirtschaft hochzufahren und gleichzeitig Konjunkturimpulse zu setzen.“
LH Markus Wallner, VP