Wann Vorarlbergs Nachbarländer aufsperren

Politik / 03.05.2020 • 15:45 Uhr
Wann Vorarlbergs Nachbarländer aufsperren
Abiturienten bereiten sich im deutschen Bundesland Thüringen auf ihren Abschluss vor. AP

Auch in Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein kommt es zu Öffnungen.

Berlin, Bern, Vaduz Österreich prescht vor. Das Land sperrt nach und nach weiter auf. Doch wie sieht es in Vorarlbergs Nachbarländern aus? Welche Lockerungen sind dort geplant? Ein erster Überblick zeigt: Die strengen Maßnahmen werden sowohl in Deutschland, der Schweiz und in Liechtenstein behutsam zurückgenommen. Nur Tempo und Reihenfolge unterscheiden sich.

Bundesländer gefragt

In Deutschland sind die Bundesländer gefragt. Infektionsschutz ist Ländersache. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten sich daher regelmäßig, um möglichst einheitliche Regeln zu beschließen. Nächster Termin ist am kommenden Mittwoch. Der Druck der Wirtschaftsverbände ist hoch. Erste vorsichtige Lockerungen hatte es Mitte April gegeben. Etwas später als in Österreich durften erste Geschäfte öffnen. Ab heute soll auch wieder ein Friseurbesuch möglich sein. Wie hierzulande auch gilt in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln mittlerweile eine Maskenpflicht.

In etwa der Hälfte der Bundesländer kehrten in den vergangenen Wochen die ersten Schüler zurück, allerdings nur die Abschlussklassen für Prüfungen oder Prüfungsvorbereitungen. Ab Montag ziehen so gut wie alle anderen Länder nach. Wie es mit den übrigen Schülern weitergeht, wird am Mittwoch beraten. Vor dem Wochenende kündigte Merkel an, dass sich Bund und Länder auf die Öffnung von Spielplätzen, Zoos, Museen, Ausstellungen, botanischen Gärten und Gedenkstätten geeinigt hätten. Auch Gottesdienste sollen wieder zugelassen werden. Religiöse Feste wie Taufen, Beschneidungen, Hochzeiten oder Beerdigungen können in kleinem Kreis stattfinden. Einen genauen Zeitpunkt nannte Merkel nicht. Die Umsetzung obliegt den Ländern.

Keine Großveranstaltungen

Großveranstaltungen bleiben bis 31. August untersagt. „Diese werden für längere Zeit untersagt bleiben müssen”, sagte die Kanzlerin. Wie es mit der Gastronomie und bei der Hotellerie weitergeht, ist noch nicht geklärt. Eine weltweite Reisewarnung war bis 14. Juni verlängert worden. Während Österreich ein bilaterales Abkommen mit dem Nachbarland ins Spiel gebracht hatte, steht Berlin weiter auf der Bremse. Innenminister Horst Seehofer erklärte am Wochenende: „Solange das Virus keinen Urlaub macht, müssen auch wir uns mit unseren Reiseplänen beschränken – so verständlich der Wunsch für die Menschen und die Tourismusbranche auch ist.“

Auch die Schweiz hat kürzlich Lockerungen beschlossen. Wie der Bundesrat kürzlich mitteilte, dürfen ab 11. Mai Geschäfte, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken wieder öffnen.  In der Gastronomie gelten ähnliche Auflagen wie in Österreich: An einem Tisch dürfen maximal vier Gäste oder Eltern mit Kindern erlaubt. Zwischen den Tischen muss zwei Meter Abstand bestehen. An manchen Schulen darf wieder Unterricht stattfinden, im Breiten- und im Spitzensport sind wieder gemeinsame Trainings möglich. Natürlich unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Bereits Ende April durften unter anderem Friseure, Kosmetiksalons und Baumärkte Kunden empfangen. Beerdigungen sind nicht nur auf den kleinsten Familienkreis beschränkt. Wie es mit den Lockerungen ab 8. Juni weitergeht, will der Bundesrat am 27. Mai entscheiden. Dabei werden Entscheidungen zum Versammlungsverbot erwartet. Auch die Schweizer Bergbahnen müssen sich noch bis Juni gedulden.

Neue Lockerungsschritte hat auch Vorarlbergs drittes Nachbarland, das Fürstentum Liechtenstein, bekannt gegeben. Ab 15. Mai können Restaurants oder Bars unter ähnlichen Auflagen wie in der Schweiz und Österreich öffnen. An diesem Tag öffnen Museen und Bibliotheken, erste Lockerungen gibt es auch im Breitensport, Sport- und Fitnesszentren können mit entsprechenden Schutzkonzepten aufsperren. Auch Gottesdienste dürfen stattfinden, Bestattungen sind im engen Kreis möglich. Kindergärten und manche Schulen wechseln wieder behutsam zum Präsenzunterricht. Geschäfte und Märkte konnten bereits öffnen, ebenso haben Friseure ihren Betrieb wieder aufgenommen. Am 18. Mai kommt es zu weiteren Öffnungsschritten, etwa bei den Kinderbetreuungseinrichtungen und in den Spielgruppen.