In Lech hält nicht nur Corona die Gemeindevertretung auf Trab

Sitzung im Sportpark Lech rief Kritiker vom Bau des neuen Gemeindezentrums auf den Plan.
Lech In Lech soll wie mehrfach in den VN berichtet ein neues Gemeindezentrum errichtet werden. Pläne dafür werden bereits seit Jahrzehnten gewälzt. Auf Schiene kam der Bau im März 2019. Damals votierten 16 von 18 Gemeindevertretern dafür. Gestartet wurde das Großprojekt, dessen Baukosten mit 39 Millionen Euro beziffert werden, im Mai 2019. Jetzt, wo das Coronavirus für ein abruptes Aus der Skisaison und eine zweiwöchige Quarantäne gesorgt hatte, gibt es im Hinblick auf die Fortsetzung der bereits wieder angelaufenen Bauarbeiten kritische Stimmen. “Der Bau war das Hauptthema der ersten Gemeindesitzung nach der Quarantäne. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile eines Weiterbaus, eines möglichen Baustopps oder sogar Abbruchs aufgrund der Krise gab es eine überwältigende Mehrheit: Das Zentrum soll in der ersten Bauphase 2020 weitergebaut werden. “Lech will ein positives Zeichen setzen und Zuversicht vermitteln”, betonte Bürgermeister Ludwig Muxel nach der Sitzung im VN-Gespräch. Trotz Corona zeige die Gemeinde damit ihren Glauben an die Zukunft von Lech und gleichzeitig, dass man auch in Krisenzeiten sorgsam mit den Finanzen umgehen werde, sagt Muxel.
„Die Coronakrise hat unser aller Leben in einer unvorhersehbaren Wucht erfasst“, schrieb Gemeindevertreter Gerold Schneider in einer E-Mail an seine Kollegen. Es wäre Aufgabe von Bürgermeister und Vorstand gewesen, die Mandatare möglichst frühzeitig in Fragen der Krisenbewältigung miteinzubeziehen, so Schneider, der in der Sitzung gegen den Bau, aber für die Errichtung der Tiefgarage votiert hat. Auch Clemens Walch von der Liste Unser Dorf äußerte im Hinblick auf die Baufortsetzung schwere Bedenken.
“Die Gemeinde Lech will ein positives Zeichen setzen und Zuversicht vermitteln.”
Ludwig Muxel, Bürgermeister Lech