“Aktion scharf” in Sachen Corona ab Montag am Arlberg

Politik / 06.04.2020 • 06:00 Uhr
"Aktion scharf" in Sachen Corona ab Montag am Arlberg
Ab Montag werden beim Zürser Kreisverkehr Gesundheitschecks in Sachen Coronasymptome durchgeführt. VN/STEURER

Rund 1000 Saisonniers und Gäste ohne Hauptwohnsitz am Arlberg dürfen streng kontrolliert und nach einem Gesundheitscheck abreisen.

Lech, Zürs Der Hintergrund für die bis ins letzte Detail geplante Abreise der Menschen liegt auf der Hand. Vorarlberg will sich chaotische Szenen, wie sie sich beispielsweise im benachbarten St. Anton in Tirol abgespielt und nicht nur aus der Sicht von Coronaexperten für berechtigte Kritik im In- und Ausland gesorgt hatten, ersparen. Mit der Aufhebung der Quarantäne am Arlberg am vergangenen Freitag fiel nach 18 Tagen bereits der Startschuss für die Vorbereitung der kontrollierten Abreise der aus aller Welt stammenden Mitarbeiter und Gäste.

Hochbetrieb am Wochenende

In der Gemeinde Lech war man auch übers Wochenende hinweg damit beschäftigt, die heute beginnende Abreise auf Schiene zu bringen, erklärte Ludwig Muxel als Gemeindechef. Die Betroffenen seien erwartungsgemäß erleichtert, nach mehr als zwei Wochen nach Hause fahren zu dürfen. Auch unter den Bewohnern von Lech habe die Beseitigung der Sperre für eine gewisse Entspannung gesorgt. Alle Mitarbeiter von Tourismusbetrieben und Gäste, die ihren Hauptwohnsitz nicht am Arlberg haben, werden an einem Checkpoint beim Kreisverkehr in Zürs einem Gesundheitscheck unterzogen.

“Abreiseblatt” enthält mehrere Verpflichtungen

Darüber hinaus müssen alle Ausreisewilligen aus Lech und Zürs ein von ihnen ausgefülltes “Abreiseblatt” mit sich führen und den Kontrollorganen von Polizei und Rotem Kreuz vorzeigen. Auf diesem Blatt bestätigen die Betroffen nicht nur, keine Covid-19-Krankheitssymptome aufzuweisen. Darüber hinaus heißt es wörtlich: “Ich verpflichte mich, das Landesgebiet, sofern mein Hauptwohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt nicht in Vorarlberg liegt, am selben Tag ohne Zwischenstopp auf der kürzestmöglichen Route zu verlassen.” Zur Kontrolle der Ausreisenden sind ab heute zwölf Mitarbeiter von Polizei, Bundesheer und Rotem Kreuz am Checkpoint in Zürs postiert, erklärt Christian Gantner als Sicherheitslandesrat. Besetzt ist der Checkpoint täglich zwischen 7 und 20 Uhr.

Fiebermessen im Auto

Um für einen möglichst reibungslosen Ablauf zu sorgen, werden zwei Spuren des Kreisverkehrs für Gesundheitschecks verwendet und eine Spur bleibt Einheimischen vorbehalten. Gantner lässt keinen Zweifel daran, dass die Behörde genau vorgehen wird. “Fieber gemessen wird bei allen Betroffenen. In den meisten Fällen werden die Personen aber im Auto bleiben können. Sollten bei einer Person Symptome festgestellt werden, wird sie in Lech bleiben müssen, bis sie keinerlei Symptome mehr aufweist.” Gantner geht davon aus, dass die kontrollierte Abreise bis Ende Woche abgeschlossen sein wird. Hört man sich in Lech um, so dürfte das Ganze schon bis Mittwoch unter Dach und Fach sein.

„Wer am Checkpoint in Zürs Krankheitssymptome aufweist, muss weiter am Arlberg bleiben.“

Christian Gantner, Sicherheitslandesrat