Alarmstimmung in der Schweiz vor Ostern

Politik / 03.04.2020 • 19:00 Uhr
Alarmstimmung in der Schweiz vor Ostern
Ostern in Zeiten der Corona-Pandemie: In der Bäckerei Bohnenblust in Bern bekommen die Osterhasen heuer einen Mund- und Nasenschutz. AFP

Auszeit im Ferienhaus trotz Corona? Bitte nicht, fordern die Kantone Tessin und Graubünden.

Bern Ostern steht vor der Tür. Dazu kommt strahlender Sonnenschein. Normalerweise locken die Osterfeiertage und die warmen Temperaturen viele Schweizer in ihre Ferienhäuser im Tessin oder in Graubünden. Doch die Zeiten sind nicht normal. Auch die Schweiz hat mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Insbesondere das Tessin ist stark betroffen. Ebenso wie Graubünden grenzt es direkt an Italien. Daher richteten beide Kantone einen dringenden Appell an die Schweizer: Zweitwohnungsbesitzer sollen unbedingt davon absehen, ihre Ferienhäuser aufzusuchen. Die Mobilität der Menschen müsse auf ein Minimum beschränkt werden, um die Gesundheitsinfrastrukturen nicht zusätzlich zu belasten, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung. Touristen aus den Nachbarländern haben es derzeit ohnehin schwer: Momentan dürfen nur noch Staatsbürger, Menschen mit Aufenthaltstitel sowie Berufspendler einreisen.

Vertreter des Tessins und Graubündens hatten sich zu Wochenbeginn im Tessiner Bellinzona getroffen. Auch Außenminister Ignazio Cassis nahm an den Gesprächen teil. In einer Medienkonferenz unterstrich er die Unterstützung des Tessins durch den Bundesrat. Im Tessin war am Montag die Grenze von 100 Todesfällen überschritten worden. Mit Stand Freitag meldet das Schweizer Bundesamt für Gesundheit für die Region mehr als 2340 positiv getestete Fälle. Landesweit haben sich über 19.300 Schweizer mit dem Coronavirus infiziert. Über 480 sind ums Leben gekommen.  Neben dem Tessin sind auch der an Frankreich grenzende Kanton Waadt und der Kanton Zürich stark betroffen.

Schweizer wollen sparen

Unterdessen zeigt eine aktuelle Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis, dass 88 Prozent der Schweizer Angst vor der aktuellen Krise haben. Viele erwarten sich eine Verschlechterung der finanziellen Situation. Zwar schätzen 59 Prozent der Befragten ihre finanziellen Aussichten im April als vergleichbar mit dem Vormonat ein. Doch etwa ein Viertel fürchtet, schon in diesem Monat weniger Geld zur Verfügung zu haben – etwa wegen Jobverlust oder Kurzarbeit. Die meisten Befragten wollen nun sparen. Comparis ließ die Studie vom Marktforschungsinstitut Innofact durchführen. Zu diesem Zweck wurden 1033 Teilnehmer aus der ganzen Schweiz befragt.