Die meisten Corona-Infektionen im Westen

Politik / 24.03.2020 • 22:00 Uhr
Die meisten Corona-Infektionen im Westen
Allein im Bezirk Landeck, zu dem der Ort St. Anton am Arlberg gehört, gab es – Stand Dienstagnachmittag – 390 Erkrankungsfälle und damit mehr als in Vorarlberg (379) . APA

Vorarlberg folgt Tirol. Bezirk Landeck ist das absolute Zentrum.

Wien Es gibt Statistiken, die will man nicht anführen. Die Zahl bestätigter COVID-19-Fälle in Relation zur Bevölkerung zum Beispiel. Hier liegen die drei westlichen Bundesländer über dem gesamtösterreichischen Schnitt: Tirol vor Vorarlberg und Salzburg. Das ist kein Zufall, wie Thomas Czypionka, Gesundheitsexperte am Institut für Höhere Studien (IHS), bestätigt. Das Virus hat sich von Wintersportorten aus verbreitet. Ischgl macht diesbezüglich europaweit Schlagzeilen. Allein im Bezirk Landeck, zu dem der Ort St. Anton am Arlberg gehört, gab es – Stand Dienstagnachmittag – 390 Erkrankungsfälle und damit mehr als in Vorarlberg (379).

Für Österreich wies das Gesundheitsministerium 4926 Infektionen aus. Pro 100.000 Einwohner waren das 55,3. In Tirol handelte es sich um drei Mal mehr: 165,5. In Vorarlberg waren es mit 95,4 fast zwei Mal mehr. Salzburg lag bei 76,8. Bemerkenswert: In den vergangenen eineinhalb Wochen gab es in diesen Ländern auch große Zuwachsraten. In den meisten übrigen Bundesländern verlief die Kurve flacher. Allerdings: Da und dort wird auch weniger getestet.

Sehr groß sind auch die Unterschiede nach Bezirken. In Landeck (T) gab es am Dienstag bereits 878,6 Erkrankungsfälle pro 100.000 Einwohner. Sprich: Fast schon jeder Hundertste ist betroffen. In den übrigen Bezirken Tirols ist die Quote viel niedriger. Die Bandbreite reicht von 182,6 (Innsbruck-Stadt) bis 73 (Reutte).

In Vorarlberg entsprechen die Verhältnisse gewissermaßen denen von Tirol exklusive Landeck: Im Bezirk Bludenz belief sich die Rate am Dienstag bereits auf 173,2. Mit großem Abstand folgten Feldkirch (111), Bregenz (68,9) und Dornbirn (61,2). In Bludenz ist der Anteil der COVID-19-Patienten also drei Mal höher als in Dornbirn.

Wie aber sind diese Unterschiede erklärbar? „Das Infektionsgeschehen läuft räumlich und zeitlich ab“, so Czypionka: „Wenn ich einen Barmitarbeiter habe, der andere ansteckt, kommt es irgendwann zu einer enormen Häufung“, spielt er auf Ischgl an. Gleichzeitig würden die Bezirkswerte zeigen, wie wichtig Ausgangsbeschränkungen seien. So könne eine Ausbreitung erschwert werden.

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