Nach Attentat in Hessen: Keine erhöhte Terrorgefahr in Vorarlberg

Politik / 20.02.2020 • 20:00 Uhr
Nach Attentat in Hessen: Keine erhöhte Terrorgefahr in Vorarlberg
Die Polizei sei auf Terrorlagen vorbereitet, betont der Landesrat. VN/PAULITSCH

Landesrat spricht von sicherer Lage. Rechtsextreme Szene gilt als überschaubar.

bregenz Der mutmaßlich rechtsextreme Terroranschlag im hessischen Hanau sorgt für Entsetzen. Eine erhöhte Terrorgefahr besteht nach der grausamen Tat aber nicht, wie Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) den VN bestätigt. Er erklärt außerdem, dass die Polizei durch entsprechende Ausbildung, Trainings und eine angemessene Ausstattung und Infrastruktur auf Terrorlagen wie in Hessen vorbereitet sei. Das dortige Attentat wird als rechtsextremer Anschlag eingestuft. Rechtsradikale gibt es auch in Vorarlberg. Die Szene werde aber beobachtet, sagt Polizeisprecherin Susanne Dilp.

Harter Kern

Sie verweist auf einen harten Kern unter den Rechtsradikalen, der seit geraumer Zeit aus etwa 20 Personen besteht. Sie gehören fast ausschließlich dem Neonazi-Netzwerk „Blood and Honour“ an und verhalten sich einigermaßen unauffällig. “Diese Leute sind aber gut ins Ausland vernetzt und nehmen an entsprechenden Veranstaltungen teil.” Darüber hinaus gebe es Personen, die der Polizei vereinzelt auffallen, aber nicht zum harten Kern gehören.

Grundsätzlich gibt die Polizeisprecherin zu bedenken, dass es niemals hundertprozentige Sicherheit geben kann. Insbesondere “einsame Wölfe” stellen für die Polizei eine große Herausforderung dar. Auch beim mutmaßlichen Attentäter von Hanau handelte es sich allem Anschein nach um einen polizeiunbekannten Einzeltäter. Trotzdem bekräftigt die Polizeisprecherin: “Vorarlberg ist ein sehr sicheres Land.”

Stabile Lage

Auch Sicherheitslandesrat Gantner spricht von einer stabilen Lage. Die Menschen seien aufmerksam. “Die Anzeigenbereitschaft in der Bevölkerung ist in den letzten Jahren im Steigen begriffen.” Entsprechende Anzeigen werden konsequent verfolgt. Aus Sicht Gantners ist es dennoch wichtig, weiterhin konsequent gegen extremistische, fremdenfeindliche oder rassistische Straftaten vorzugehen. “Vorarlberg ist kein Spielfeld für derartige Handlungen.”

Magdalena Raos, Birgit Entner-Gerhold