Wie nachhaltig sind die Pensionen?

Zwist um neue Studie und abschlagsfreie Frühpension.
Wien Jährlich grüßt der globale Pensionsindex des privaten Beratungsunternehmen Mercer. Das traditionelle Fazit für Österreich: Weniger nachhaltig arbeitet nur Italien. Die Gewerkschaft der Privatangestellten kritisiert, dass sich aus dem Index keine generellen Aussagen über die Qualität eines Pensionssystem ableiten ließen. Zahlreiche Indikatoren seien nicht plausibel, zudem liege der Fokus auf der privaten Vorsorge. Der Pensionistenverband verweist auf die stabilen Kosten für das österreichische Pensionssystem. Laut Finanzressort steigen die Pensionsausgaben bis 2070 um 0,5 Prozentpunkte auf 14,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Mercer-Studie gibt Österreich die Note “C” für das Pensionssystem. Geht es nur um die Nachhaltigkeit, rutscht die Republik auf die schlechteste Note (E) ab. Mercer rät, die Erwerbstätigkeit im Alter zu stärken und Staatsschulden zu senken. Ungenützten Spielraum gebe es bei der privaten Vorsorge. Das wirtschaftsliberale Institut Agenda Austria fühlt sich durch die Studie bestätigt und fordert, das Antrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln.
Der Nationalrat hat erst im September beschlossen, den Zugang zur Frühpension zu erleichtern. ASVG-Versicherte mit 45 Arbeitsjahren können mit 62 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand. Für 2020 kostet die Maßnahme 50 bis 70 Millionen Euro. Die SPÖ will sie nun auf alle Berufsgruppen ausweiten, die Präsenz- und Zivildienstzeiten anrechnen sowie Pensionisten der Jahrgänge 1953 bis 1957 eine abschlagsfreie Pension ermöglichen. Dafür bräuchte es 2020 zusätzlich 170 Millionen, bestätigt SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch den VN. Neos-Mandatar Gerald Loacker ist empört. Allein der Septemberbeschluss gefährde die Finanzierbarkeit des Systems. Er fordert in einem Antrag, die Beschlüsse zur abschlagsfreien Frühpension zurückzunehmen. Diese widersprächen dem Ziel, das tatsächliche Antrittsalter an das gesetzliche heranzuführen. VN-ebi