Koalitionspoker mit teils verdeckten Karten

FPÖ-Mandatar Bösch für Türkis-Blau. Grüne Grundskepsis zur ÖVP.
Wien Jetzt liegt der Ball bei Sebastian Kurz. Der ÖVP-Chef wurde am Montag von Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit der Regierungsbildung beauftragt. Heute, Dienstag, finden die ersten Sondierungsgespräche statt. Van der Bellen fordert von Kurz, den Klimaschutz ganz oben auf die Agenda zu stellen. Dieser hingegen nennt den drohenden Wirtschaftsabschwung als größte Herausforderung, gefolgt von der Steuerentlastung und dem Kampf der illegalen Migration. Klimaschutz kommt auf Platz vier. Eine Koalitionspräferenz lässt Kurz nicht erkennen, wobei er stets betonte, an seiner Mitte-Rechts-Politik festhalten zu wollen.
Welche Koalitionswünsche die Vorarlberger Abgeordneten haben? Lediglich Reinhard Bösch (FPÖ) legt sich fest: “Für uns kommt nur eine Fortsetzung der türkis-blauen Regierung infrage.” Norbert Sieber (ÖVP) wünscht sich eine Koalition, in der Kurz seinen Weg fortführen kann, Karlheinz Kopf (ÖVP) fordert Stabilität und eine größtmögliche Umsetzung der ÖVP-Positionen. Reinhold Einwallner (SPÖ) stellt sich auf Oppositionsarbeit ein. Nina Tomaselli ist skeptisch. Für eine Mitte-Rechts-Politik seien die Grünen nicht zu haben: “Wir schauen, ob das Wahlergebnis Kurz’ Prioritäten verschoben hat, oder ober er den klima- und menschenfeindlichen Kurs beibehalten möchte.”
Bösch rechnet damit, dass eine neue Koalition bis Weihnachten stehen wird. Kopf ist sich nicht so sicher. Einwallner rechnet mit Zeitraum Weihnachten bis Jänner, Neos-Mandatar Gerald Loacker mit Weihnachten bis Ostern. Tomaselli will nicht spekulieren. Was Norbert Sieber beim Blick in die Kristallkugel sieht? Er besitze keine, sagt er: “Eventuell bekomme ich ja eine zu Weihnachten geschenkt.”





