Hofer gibt sich bei Stimmabgabe zurückhaltend

Spitzenkandidaten bei der Stimmabgabe.
Pinkafeld FPÖ-Chef Norbert Hofer hat am Sonntagvormittag in Begleitung seiner Frau seine Stimme zur Nationalratswahl abgegeben. In Bezug auf seine Erwartungshaltung gab sich Hofer vor seinem Wahllokal im burgenländischen Pinkafeld (Bezirk Oberwart) zurückhaltend. Die Ausgangssituation der FPÖ sei “eine echte Herausforderung”, er erwarte einen “sehr spannenden Tag”, betonte Hofer.
Nach den schwierigen vergangenen Monaten, Wochen und auch Tagen sei er gespannt, wie die Wahl ausgehen werde. Das Ibiza-Video und die Spesen-Affäre seien “natürlich eine Vorbelastung”. “Aber ich bin es gewohnt, ein paar Steine im Rucksack mitzutragen”, sagte Hofer.
Sein Wunschergebnis sei “eine stabile Basis, damit die Regierungsarbeit fortgesetzt werden kann”, betonte der FPÖ-Chef. Stimmenmäßig würde sich das wohl ausgehen, “die Frage ist, ob man in Koalitionsverhandlungen auch zusammenkommt”. Nach der Wahl, beim Bundesparteivorstand der FPÖ am Dienstag, will Hofer dann damit beginnen, die Partei neu aufzustellen. Dabei werden sowohl die strategische Grundausrichtung als auch eine inhaltliche Vertiefung Thema sein, betonte er.
Zudem wolle Hofer die “Kraft im urbanen Bereich” stärken, um künftig in den Städten bessere Wahlergebnisse erzielen zu können. Auch eine Social-Media-Richtlinie für Funktionäre sei angedacht.
Rahmenbedingungen nicht die einfachsten
Mit “guten Eindrücken” aus dem Wahlkampf “bis zur letzten Minute” übte sich der stellvertretende FPÖ-Obmann Herbert Kickl bei seiner Stimmabgabe in Purkersdorf in Optimismus. “Es gab viele Prognosen, jetzt ist es gut, dass der Messpunkt erreicht ist”, so Kickl zur APA. “Die Rahmenbedingungen waren nicht die einfachsten”, räumte er in Bezug auf die Spesenaffäre rund um Heinz-Christian Strache ein.
Nun sei Bedarf an einer internen Klärung der Vorwürfe gegen den Ex-FPÖ-Chef, so Kickl, der sich allerdings über den Zeitpunkt ihres Auftauchens verärgert zeigte. “Das wurde so gesetzt, dass man der FPÖ hier ganz bewusst eine Reaktionsfähigkeit genommen hat. Das halte ich schon für gefährlich für unsere Demokratie.” Zu möglichen Konsequenzen aus der Affäre nach der Wahl im Hinblick auf die Koalitionstauglichkeit seiner Partei wollte Kickl sich nicht äußern. “Heute wird gewählt. Dann sieht man weiter.” Er sei nun insbesondere neugierig darauf, “wie viele Vorzugsstimmen ich bekommen werde”.