Feinster Rebensaft von der Rütte

Drei Jugendfreunde keltern echten Götzner Wein.
Weinanbau Etwas oberhalb von Götzis, auf halbem Weg zum Götzner Berg in der sogenannten „Rütte“ versteckt sich ein Kleinod, das den meisten Götznern wohl gar nicht bekannt ist. Hier produzieren mit Michael Niegel, Martin Aberer und Harald Berghammer drei Jugendfreunde seit Kurzem echten Götzner Wein. Dabei besteht der kleine, aber feine Weinberg mit bester südwestlicher Ausrichtung unterhalb einer Wohnanlage bereits seit 16 Jahren. Dem Vorgänger der drei neuen Hobbyweinbauern wurde die Aufgabe allein zu viel, trotzdem unterstützt er seine Nachfolger bis heute, so übernimmt er in seiner privaten Anlage etwa auch die Weinerzeugung.
Das ganze Jahr im Einsatz
Rund 260 weiße Rebstöcke der Sorte Bianca und etwa 60 rote der Sorte Uhudler stehen am Weinberg über Götzis, und die sind fast ganzjährig zu hegen und zu pflegen. Bereits im Februar startet der Rebenschnitt, im Frühjahr folgen diverse Ausbesserungsarbeiten, es gilt die Rebstöcke auszumähen und schließlich zu spritzen. Verwendet wird hierbei nur biologisches Spritzmittel, sprich Schwefel und Kupfer. Über den Sommer stehen wieder Mäharbeiten und eventuell weitere Spritzaktionen an, ehe es im September an die Weinlese und die Weiterverarbeitung geht. Dies kann sich gut und gern mal bis in den Dezember ziehen, denn neben Wein und Traubensaft produziert man auch eigenen Traubenschnaps und Grappa, die nach entsprechender Lagerzeit gebrannt werden müssen.
Ein zeitintensives Hobby also, das gesamt rund 150 Arbeitsstunden im Jahr beansprucht. Die flüssige Ausbeute entlohnt dann aber für die Mühen, falls wettertechnisch alles ideal verläuft. 2019 konnte man 250 Kilogramm Trauben ernten und daraus neben Saft, Schnaps und Grappa auch etwa 150 Liter Wein in Flaschen füllen. 2020 machte dann aber ein Hagelunwetter einen Strich durch die Rechnung und die Weinernte fiel komplett ins Wasser.
Qualität vor Quantität
Ein Rückschlag, von dem sich die drei Hobbywinzer aber nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Im Vordergrund steht nicht die reine Ausbeute, sondern der Spaß an der Sache und das Arbeiten in der Natur als Ausgleich zur alltäglichen Arbeit. Das eine oder andere Fläschchen Wein Marke Eigenbau sollte am Ende dann aber selbstredend doch herausspringen, sei es zum eigenen Genuss oder als originelles Geschenk für Freunde und Verwandte. So haben es sich Niegel, Aberer und Berghammer zum Ziel gesetzt, nicht die Quantität zu steigern, sondern die Qualität. Der Wein, derzeit ein gut trinkbarer Landwein, soll Schritt für Schritt verbessert und verfeinert werden, wobei es nicht darum geht, irgendwelche Preise zu gewinnen oder den Wein zu verkaufen. Der feine Götzner Rebensaft wird auch weiterhin ein Kleinod bleiben für einen kleinen ausgewählten Kreis oder, wie es ein altes Sprichwort besagt: „Der beste Wein ist der, den man mit Freunden trinkt.“ CEG