“Das ist Liebhaberei und richtig viel Arbeit”: Rankweiler bauen Rock-Wagen

HEUTE • 14:18 Uhr
“Das ist Liebhaberei und richtig viel Arbeit”: Rankweiler bauen Rock-Wagen
Gerwin Mayerhofer zeigt das Aggregat im Bodenraum. VN/DJSOHM

Ein Faschingswagen als Rockbühne ist mehr als nur Spaß. Hohe Kosten, viele Arbeitsstunden und viele Sicherheitsvorschriften geben den Ton an.

Darum geht’s:

  • Rankweiler Volleyballer feiern KISS mit Faschingswagen.
  • Monatelange Arbeit und finanzielle Investition erforderlich.
  • Sechs Umzüge stehen auf dem Programm.

FELDKIRCH Schwarzer Lack, lodernde Flammen, eine erhöhte Plattform und laute Gitarrenriffs: Im Freigelände in Tisis steht ein Faschingswagen, der eher an ein Rockkonzert als an Konfetti erinnert. “KISS” steht in großen Lettern auf der Seite – und genau das ist auch das Motto, mit dem der Volleyballclub Rankweil heuer zum zweiten Mal bei den Faschingsumzügen mitfährt.

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Der Wagen wartet auf seinen Einsatz. VN/DJSOHM

Was auf den ersten Blick nach Show aussieht, ist in Wahrheit monatelange Arbeit. “Angefangen haben wir mit Faschingswagen schon 2004, unterwegs sind wir überhaupt seit 1992”, erzählt Gerwin Mayerhofer vom Volleyballclub Rankweil. Der aktuelle KISS-Wagen ist kein Neubau, sondern ein aufwendig umgebautes Grundgerüst. “Das Gerüst haben mein Neffe und ich gemacht, beim Umbau haben dann mehrere Helfer mit angepackt. Es ist Liebhaberei und richtig viel Arbeit”, sagt Mayerhofer.

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Technik und Konstruktion müssen passen

Viele Stunden Arbeit stecken im Detail – und noch mehr in der Sicherheit. Brüstungshöhen, Radkonstruktion, Technik: “Da gibt es klare Vorschriften, die muss man einhalten. Das kostet Zeit.” Auch finanziell ist der Aufwand nicht zu unterschätzen. Für einen kompletten Umbau samt neuem Motor liege man schnell bei mehreren Tausend Euro. Finanziert wird das Projekt über den Volleyballclub selbst, einen Mitgliedsbeitrag der Faschingsgruppe und einen kleinen Sponsor.

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Vor dem Umzug in Feldkirch wird die Musikanlage gecheckt. VN/DJSOHM

Aus Pannen gelernt

Ganz ohne Pannen ging es nicht. “Ein klassischer Anfängerfehler war das Aggregat”, schmunzelt Mayerhofer. “Wir haben es zu hoch montiert – und mussten zum Tanken jedes Mal mit der Leiter rauf.” Einmal zickte auch der Motor, doch ein Automechaniker aus der Gruppe brachte das Aggregat rechtzeitig vor dem Umzug wieder zum Laufen. Größere Ausfälle blieben bislang aus.

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Die Gruppe KISS freut sich auf den nächsten Einsatz. Gerwin Mayerhofer

Was bleibt, ist vor allem eines: Lärm. Und der ist gewollt. Vier Boxen, ein Subwoofer – dazu KISS-Klassiker aus den 80ern. “Das passt einfach. Die Älteren haben Erinnerungen, die Jüngeren fahren auch wieder drauf ab”, sagt Mayerhofer. Nebel- und Seifenblasenmaschine sorgen zusätzlich für Showeffekt.

Das Make-up ist schon sehr perfekt

Auch optisch wurde nachgerüstet. Nach dem ersten Jahr mit aufwendigem Airbrush-Make-up ist die Truppe routinierter geworden. Heuer sind alle vier KISS-Gesichter vertreten – inklusive echter E-Gitarren. “Letztes Jahr hatten wir noch aufblasbare, jetzt haben wir echte E-Gitarren vom Flohmarkt. Sie sehen einfach besser aus – auch wenn wir nicht wirklich damit spielen.”

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Die Gruppe schminkt sich aufwendig mit Airbrush. Gerwin Mayerhofer

Die Idee zum KISS-Motto kam aus dem Verein selbst, genauer gesagt von den Jüngeren. “Wir haben so etwas wie ein kleines Forschungsteam”, erzählt Mayerhofer. “Die Idee war da – und wir waren sofort dabei.” Und warum gerade KISS? Für Mayerhofer eine Frage des Geschmacks – und der Generationen. “Ich war immer Musikfan: KISS, AC/DC, Sweet. Dass die Jungen ausgerechnet KISS vorgeschlagen haben, hat mir natürlich besonders gefallen.” Lauter, wilder – und am liebsten jedes Jahr wieder.

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Die Schminkvorlagen hängen direkt am Wageneingang. VN/DJSOHM

Bei all dem Aufwand steht nicht der Wettbewerb im Vordergrund. “Wir haben einfach selbst Spaß an der Sache”, sagt Mayerhofer. “Und wir wollen den Leuten Freude machen.” Süßigkeiten, Musik, Party – ein paar Stunden Abschalten vom Alltag. Pro Umzug sind zwischen 25 und 50 Personen dabei, zwölf bis fünfzehn davon auf dem Wagen, der Rest als Fußgruppe.

Sechs Umzüge stehen heuer insgesamt auf dem Programm: Der Start erfolgte bereits in der Schweiz, als Nächstes geht es nach Feldkirch, Götzis, Schaan, Schaaner Ried in Frastanz zum Nachtumzug – und zum Abschluss nach Schnifis.

Und warum gerade KISS? Für Mayerhofer eine Frage des Geschmacks – und der Generationen. “Ich war immer Musikfan: KISS, AC/DC, Sweet. Dass die Jungen ausgerechnet KISS vorgeschlagen haben, hat mir natürlich besonders gefallen.” Lauter, wilder – und am liebsten jedes Jahr wieder.

Hier gibt es einen Überblick über die Termine des Faschings 2026: www.vol.at/fasnat-und-fasching-2026-alle-baelle-umzuege-und-veranstaltungen-in-vorarlberg/9913193