Mix aus SUV und Coupé-Limousine: Dieser Peugeot tanzt aus der Reihe

02.05.2025 • 16:00 Uhr
VN-Autotest Peugeot 408 Hybrid
Peugeot geht mit den 408 neue Wege. VN/Beate Rhomberg

Auf den Zahn gefühlt: Mit dem 408 geht Peugeot ganz eigene Wege.

Schwarzach Gewöhnlich war gestern. Peugeot verbindet mit dem 408 das Beste aus verschiedenen Karosserie-Welten zu einem sehr ansehnlichen Crossover. Ein bisschen SUV mit erhöhter Sitzposition und fürs Auge Anleihen einer Coupé-Limousine: so hat das bisher kein anderer Hersteller gemacht. Die Franzosen sprechen von einer „Fastback-Silhouette“ und beschreiben damit ein schräges Fahrzeugkonzept. Wobei der wilde Mix dann doch recht harmonisch wirkt. Optisch vertraut der 408 mit den schmalen Doppelscheinwerfern und dem Tagfahrlicht im Säbelzahntiger-Look dem aktuellen Marken-Design, gefällt zudem mit einem attraktiven Heck und einer praktischen – weil großen – Heckklappe. Der 408 ist jedenfalls ein Hingucker im positiven Sinne.

VN-Autotest Peugeot 408 Hybrid
Neue französische Avantgarde: Peugeot hat den 408 als Crossover-Modell neu positioniert.

So ganz lässt sich das Crossover nirgendwo einordnen. Auch nicht beim Format, das irgendwo zwischen Kompakt- und Mittelklasse angesiedelt ist. Bei einer Fahrzeuglänge von 4,7 Metern darf von besten Platzverhältnissen im Innenraum ausgegangen werden. Vor allem dann, wenn auch der Radstand entsprechend großzügig ausfällt. Möglich macht das die flexible EMP2-Plattform des Stellantis-Konzerns, die eine große Bandbreite an Fahrzeugkonzepten erlaubt. Peugeot hat die Möglichkeiten jedenfalls gut genutzt.

VN-Autotest Peugeot 408 Hybrid
Das Cockpit ist fahrerorientiert ausgelegt. Auffällig: das kleine Lenkrad.

Die Platzverhältnisse sind vorne gut, in der zweiten Reihe exzellent und im Gepäckabteil ganz ordentlich. Einen kleinen Unterschied gibt es beim Ladevolumen je nach Antriebsart. Die Plug-in-Hybride schlucken mit 471 Litern etwas weniger als der reine Verbrenner (536 Liter).

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Üppiger Kofferraum. Werk

Beim Innenraumkonzept hält Peugeot am i-Cockpit mit seinem kleinen Lenkrad fest. Das ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus gefällig. Richtig gut sind die ergonomischen Sitze. Die Bedienung läuft über einen 10-Zoll-Monitor und smarte i-Toggles unterhalb des Bildschirms. Die Touchflächen lassen sich individuell mit den wichtigsten Funktionen konfigurieren. Das macht wirklich Sinn. Ganz ordentlich sind zudem die Materialanmutung und die Verarbeitungsqualität.

VN-Autotest Peugeot 408 Hybrid
Plug-in-Hybridantrieb mit 225 PS Systemleistung.

Topmodell der Baureihe ist ein Plug-in-Hybrid mit 225 PS Systemleistung. Der Antrieb besteht aus einem 1,6 Liter Vierzylinder mit 180 PS und einem 110 PS starken Elektromotor. Die 12,4-kWh-Batterie ist rechnerisch für 64 Kilometer E-Betrieb gut. In der Praxis sind es dann doch einige Kilometer weniger. Da ist der 408 leider nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Bei den Verbräuchen schon. Die liegen laut Norm bei 1,4 Liter und 16,4 kWh auf 100 Kilometer.
Das schicke Crossover-Modell fährt sich sehr agil. 0 auf 100 in 7,8 Sekunden, 233 km/h Spitze: Die Fahrleistungen können sich jedenfalls sehen lassen. Auffallend sind die harmonische Abstimmung der beiden Aggregate und die fein arbeitende 8-Gang-Automatik. Zum komfortablen Gesamteindruck zählt auch die Fahrwerksabstimmung, die „familientauglich“ ausgefallen ist. Statt unnötig straffer Sportlichkeit setzt Peugeot bei der Federung auf Alltagsnutzen – das ist gut so.
Er mag konzeptionell aus der Reihe tanzen, mit Traditionellem brechen und eigene Wege gehen: Wenn es um die Fahreigenschaften, Platzverhältnisse und Alltagstauglichkeit geht, macht der Peugeot 408 keine Kompromisse und gibt den Individualisten mit massentauglichen Tugenden.

Peugeot 408

Motor/Antrieb 1,6 l Benziner plus E-Motor, Plug-in-Hybrid mit 225 PS, 360 Nm, Frontantrieb, 8-Gang-Auto.
Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 7,8 Sek.; 233 km/h Spitze, 1,4 l und 16,4 kWh Norm-Verbrauch
Preis ab 46.050 Euro; Testwagen: ab 49.500 Euro