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Köpfe von morgen 2025: Tabea Martin (29) verbindet als Selbstständige Design und Fotografie.
Bludenz Tabea Martin hat (geb. 13.07.1995) es mit ihren vielseitigen Talenten auf die Liste der “Köpfe von morgen” geschafft. Als Fotografin konzentriert sich die Vorarlbergerin vor allem auf Dokumentarbilder und Porträts. Sie ist aber auch Unternehmerin und Grafikdesignerin. Mit ihrer Kreativagentur “Buero Ludwina” hat sie sich vor einigen Jahren selbstständig gemacht.

„Während des Studiums habe ich mich selbstständig gemacht. Davor habe ich in mehreren Agenturen gearbeitet, und da hat sich schon herauskristallisiert, was ich nicht will“, erzählt Martin. „In Großstädten wie Hamburg herrscht eine Ellbogenmentalität – das mag ich nicht.“

Stattdessen versucht die 29-Jährige, die Mentorin zu sein, die sie selbst vielleicht am Beginn ihrer Karriere gebraucht hätte. „Ich bin dann zurück nach Vorarlberg. Hier kann man in der Kreativbranche viel bewirken und mitgestalten – etwas, das in Großstädten oft schwieriger ist, weil es dort ein Überangebot gibt“, sagt sie. „Hier habe ich das Gefühl, dass man gehört wird. Ob das positiv oder negativ ist, sei dahingestellt. Aber du kannst mit deiner Arbeit etwas bewegen, Trends setzen und auch eine Vorbildfunktion übernehmen.“

Vergangenes Jahr fotografierte sie die Kampagnenbilder für die österreichischen Forbes 30 Under 30. Zudem ist sie als einzige Frau Leica Ambassador in Österreich. „Es ist eine sehr von weißen Männern dominierte Branche. Aber es gibt viel Offenheit, und sie interessieren sich dafür, was junge Frauen machen und wo ihre Interessen liegen“, sagt sie.

Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit mit Leica konnte sie mehrere Kampagnen entwickeln. „Bei einer durften sich alle Fotografinnen und Fotografen ihr Thema selbst aussuchen.” Sie hat sich dabei entschieden, Frauen in Männer dominierten Feldern zu porträtieren. „Ich wollte Frauen zeigen und in ihrer Schönheit kommunizieren.” Diese Bilder stehen heute in ihrem Büro in Bludenz – bis auf das Hauptbild, das sie ihrem Bruder geschenkt hat.

Als Frau in einer Branche, die oft von Männern dominiert wird, musste sich Martin behaupten. „Es ist manchmal schwierig. Ich merke, dass vieles unterschwellig passiert und manche Männer am Ende überrascht sind“, erklärt sie. „Es wird oft heruntergespielt – ob bewusst oder unbewusst, weiß ich nicht.“ Zusammenarbeit ist für sie der Schlüssel zum Erfolg sowie der Leitfaden ihrer Kreativagentur. „Zusammenhalt ist wahnsinnig wichtig, vor allem unter jungen Unternehmerinnen.“
