Bereits über 45.000 Tote nach Erdbeben in Türkei und Syrien

18.02.2023 • 14:05 Uhr
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REUTERS/Maxim Shemetov

Antakya Zwölf Tage nach den verheerenden Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet ist die Zahl der Toten auf über 45.000 gestiegen. Gut 264.000 Wohnungen wurden allein in der Türkei nach Behördenangaben zerstört. Zahlreiche Menschen werden immer noch vermisst. Dennoch konnten auch am Samstag – 296 Stunden nach dem ersten Beben – noch Überlebende gerettet werden. Helfer zogen drei Menschen, darunter ein Kind, aus den Trümmern eines Gebäudes in der südtürkischen Stadt Antakya.

Der Bericht des Staatssender TRT vom Samstag ließ sich vorerst nicht unabhängig überprüfen. Auf einem Video war zu sehen, wie die Helfer einen Mann und eine Frau per Trage zu einem Krankenwagen brachten und Mediziner das Kind behandelten. Nähere Angaben zur Identität der Geretteten machte der Sender zunächst nicht. Menschen können in der Regel etwa 72 Stunden ohne Wasser überleben. Verschüttete, die nun noch gerettet werden, müssen Medizinern zufolge irgendeine Art von Wasserversorgung in den Trümmern gefunden haben.

Die mit Syriens Präsident Baschar al-Assad verbündete Hisbollah schickt indes Hilfe ins Erdbebengebiet nach Aleppo. Die libanesische Schiitenmiliz wollte eigenen Angaben zufolge am Samstag 29 Lastwagen mit Decken, Heizgeräten und Milchpulver für Babys liefern. Die Kämpfer der vom Iran unterstützten Organisation aus dem Libanon haben im Syrischen Krieg maßgeblich dabei geholfen, die dortige Regierung an der Macht zu halten.

Für Hisbollah-Anhänger Hussein Ahmed aus Beirut ist die Unterstützung der Erdbebenopfer in Syrien selbstverständlich, wie er sagt. Viele Libanesen, so der 18-Jährige, “die in den vergangenen Jahren an der Seite der syrischen Regierungstruppen gekämpft haben, sind nach Syrien geeilt, um bei Rettungsaktionen zu helfen.”

Vor zwölf Tagen hatte ein Beben der Stärke 7,7 die Südosttürkei erschüttert, Stunden später folgte ein zweites schweres Beben der Stärke 7,6. Die Zahl der bestätigten Toten in der Türkei und Syrien steigt immer noch. Zehntausende wurden zudem verletzt, Millionen sind von den Auswirkungen der heftigen Erdstöße betroffen.