Aufgefrischter Alltagsbegleiter

Sanft geliftet und weiter aufgewertet, schickt Skoda den Kompakt-SUV Karoq in die nächste Modellteilzeit.
skoda Bei allem Ehrgeiz, den Skoda hat, immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit vorzufahren, herrscht weiter die Devise vor: Nur nicht übertreiben! So ist denn auch die Auffrischung des Karoq nach vier Jahren Laufzeit vergleichsweise zivil ausgefallen. Es gilt genau hinzuschauen, um die Unterschiede zum Vorgänger des Kompakt-SUV auszumachen.
Dezenter Feinschliff
In der Tat haben die Tschechen bei der Modellpflege behutsam Hand angelegt, um dem Hochbeiner ein leicht dynamischeres Antlitz zu verpassen. Der Feinschliff äußert sich etwa an weiter zugespitzten Scheinwerfern – neuerdings auch mit Matrix-LED-Technologie. Der überarbeitete Karoq zeigt Ecken und Kanten, ohne dabei prollig zu wirken. Die Nase streckt der knapp 4,39 Meter lange Allrounder mittels auffälligem Hexagon-Grill samt neuem Lufteinlass jetzt eine Spur selbstbewusster in den Wind. Heckschürze und Dachspoiler, beide neu gestaltet, sollen einem den zarten Flirt hinsichtlich eines sportiven Auftritts signalisieren.
Tatsächlich kommt einem der aufgemöbelte Kompakt-SUV, von außen nach innen betrachtet, als familientauglicher Alltagsbegleiter sehr entgegen. Der überschaubare Karoq bietet vorne wie hinten ausreichend Platz. Trotz einer insgesamt niedrigen Karosseriehöhe ergibt sich auch für Fondpassagiere eine respektable Kopffreiheit. Ein feiner Zug sind zudem die verschiebbaren Rücksitze. Und mit dem Kofferraumvolumen von maximal 1630 Litern ist der Skoda-Streber schon ein kleiner Lademeister. Indes hätte die Ladekante schon ein wenig niedriger ausfallen dürfen. Sei’s drum, die Freude über die Vollpacker- und Verstauqualitäten des Karoq überwiegt. Dazu passt die automatische Heckklappe und die schwenkbare Anhängerkupplung.
Was weiter gefällt, ist, dass Skoda den Vorzeigetyp auch innen einigermaßen durchgelüftet hat. Mit einem modernen Multimediasystem samt großformatigem Touchscreen sowie Digitalcockpit und allerlei aktuellen Sicherheits- und Komfortfeatures ausgerüstet, trumpft er richtig auf.
Alles drin und dran: von 3-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung, Lenkradwärmer über Rückfahrkamera, Stauschlauberger bis hin zur Sprachsteuerung. Der wohlwollende Gesamteindruck wird nur leicht geschmälert durch die vorherrschende Kunststofflandschaft, die da und dort im Innenraum gleichsam zum Härtetest wird. Da lässt sich sicher noch nachbessern.
Für den Vortrieb im von uns im VN-Test gefahrenen Karoq in der ambitionierten „Sportline“-Version sorgte der weiterentwickelte 2,0-l-Turbodiesel. Der kultivierte Selbstzünder, der durch seine eingedämmte Geräuschkulisse aufhorchen lässt, kommt flott in die Gänge. Unterwegs mit dem Allradtyp, ergibt sich schnell ein angenehmes Fahrgefühl, das den Kompakt-SUV zum vertrauenserweckenden Alltagsbegleiter macht.
Kurvenstabilität
Der Hochsitzer ist überdies vom Fahrkomfort her kein harter Bock. Die meisten Unebenheiten, über die er hinwegrollt, schluckt er locker weg. Die stramm-straffe Federung sorgt zudem für eine weitestgehende Kurvenstabilität. Gut mithalten gegenüber der Konkurrenz kann der 150-PS-Dieseltyp auch hinsichtlich der Trinkgewohnheiten. Der Check am Bordcomputer ergab einen Wert von 5,9 Liter im Schnitt auf die 100-km-Distanz. Das beruhigt einen schon etwas, gerade im Hinblick auf die aktuell happigen Treibstoffpreise. VN-HGP
Als Allradler gibt der Karoq den trittsicheren Allrounder und pflegt gleichzeitig den soliden Fahrwerkcharakter.


Fakten und Daten
Motor/Antrieb 4-Zylinder-Turbodiesel, 150 PS, 360 Nm/1600 bis 2750 U/min, Allradantrieb, 7-G-DSG
Fahrleistung/Verbrauch 0 – 100 km/h in 8,7 Sek., Spitze: 204 km/h, Norm: 5,5 l (146g CO2/km) Test: 5,9 l
Preis Grundpreis (Sportline): 46.729 Euro, Testwagen: 52.967 Euro.