Luftige Lounge mit Stromantrieb

Mit dem ID.Buzz hat VW das Thema Personentransport erstmals auf rein vollelektrische Art interpretiert.
Kopenhagen Lange haben die Wolfsburger den Appetit auf den elektrischen Nachfolger des Bulli geschürt. Die erste Studie des ID.Buzz hat 2017 auf der Motorshow in Detroit, USA, debutiert. Mit deutlichen Retro-Anklängen. Die sich jetzt, im Serienstadium, in einer fast verspielten Ähnlichkeit mit dem legendären Ahnen manifestiert haben.
Imposante Dimensionen
Damit ist der E-Bulli jetzt startklar. Mit dem lautmalerischen Nachnamen Buzz. Der Vorname ist, wie bei den Kompakt- und Crossover-Modellen, ID. Mit denen hat er die technische Basis gemeinsam, den modularen Elektrobaukasten, die Batterien und die Antriebsstränge. Finales Entwicklungszentrum ist nicht Wolfsburg, sondern Hannover, wo die Volkswagen-Nützlinge herkommen. Denn ein Nutzfahrzeug ist der ID.Buzz im Prinzip auch in den Pkw-Varianten. Mit durchaus imposanten Dimensionen: 4,712 Meter lang, 1,985 Meter breit, 1,927 Meter hoch, auf einem Radstand von 2,989 Metern. Diese Maße verleihen dem Fünfsitzer bereits optisch Präsenz und Solidität.
Fröhliche Farben
Die hat der Elektro-Bus in der Version Pro, mit Heckantrieb und 204 PS Spitzenleistung, bei der Fahrpremiere in Skandinavien demonstriert. In hellen, fröhlichen Farben. Besonders markant ist die Kombination Gelb/Weiß, damit sorgt er für Aufmerksamkeit. Die ist im Umgang nicht neu gefordert, die Bedienung ist nicht nur dann selbsterklärend, wenn man ID.3, ID.4 und ID.5 bereits kennt. Bloß passiert das Ganze gewissermaßen auf höherem Niveau, siehe Sitzposition, siehe Abmessungen. Die Außenbreite korrespondiert mit der Luftigkeit des Interieurs, in der ersten und zweiten Reihe mit einem Raumgefühl à la Lounge. Dazu passen Fahrwerksabstimmung und Konfiguration der Lenkung, die Fortbewegung ist die der unaufgeregten Art. Was angesichts der streng gesetzten und kontrollierten Tempolimits im Norden ohnehin angesagt ist.
Effizienter Antrieb
Das lässt Raum für Kommunikation. Sei es die Auskunftsfreudigkeit des Infotainment-, des Navigations- und des stets alerten Fahrsicherheits-Systems, sei es für Konversation. Man kann sich in gedämpftem Plauderton unterhalten. Wirklich lautlos sind Elektromobile aber bekanntermaßen nicht. Die Nützlingsherkunft des ID.Buzz Pro (die Cargo-Variante mit drei Sitzen und sozusagen nacktem Aufbau) steht zeitgleich am Start), so die Bezeichnung der ausprobierten Pkw-Version, äußert sich in einer gewissen Außengeräusche-Durchlässigkeit. Der Fahrtwind war‘s angesichts von maximal 80 km/h Speed eher weniger. Ein gar nicht unwillkommener Begleiteffekt war, in hellem Sonnenschein und moderat sommerlichen Temperaturen, die Stromkonsum-Genügsamkeit. Der Verbrauch pendelte sich auf der gefahrenen Strecken laut Bordcomputer bei rund 19,5 kWh ein. Es waren aber auch keine Bergwertungen zu bestehen. Und das Nachladen war vorerst nur ein Nebenthema. Für das VW folgende Werte angibt: Mit bis zu 11 kW Ladeleistung (AC) sollte der verbaute 77-kWh-Akku in siebeneinhalb Stunden komplett gefüllt sein. Dann stehen laut technischen Daten bis zu 420 Kilometer Reichweite zur Verfügung. Wie das in der heimischen Realität sein wird, zeigt sich im praktischen Betrieb im Herbst und Winter. Gleichstrom-Laden (DC) ist mit bis zu 170 kW möglich, was heißt, dass es eine halbe Stunde für fünf auf achtzig Prozent Ladestand braucht.
Ganz neu und doch ebenso selbstverständlich wie vertraut ist der Umgang mit dem ID.Buzz.


Fakten und Daten
Motor/Antrieb 1 E-Aggregat mit 204 PS und 310 Nm/Einstufen-Getriebe/Heckantrieb.
Fahrleistungen/Verbrauch 0 auf 100 in 10,2 Sek.; 20,5 – 21.7 kWh; bis zu 420 km (lt. WLTP).
start/Preis September/ab 67.000 Euro.