Glückwunsch, es ist ein Zwilling!

Der Mazda 2 Hybrid ist unter anderem Namen schon länger gut bekannt – an seinen Qualitäten ändert das nichts.
Mazda Natürlich hört man bei Mazda das T-Wort nicht extrem gerne. Aber verleugnen kann der neue Mazda 2 Hybrid seine Herkunft als Toyota Yaris auch nicht – tatsächlich sind die beiden bis auf die Markenlogos und -schriftzüge ident. Anders ist aber auch das Package – wie bei Mazda üblich ist die Gliederung sehr klar: Drei Ausstattungsvarianten plus vier Optionspakete, die immer einzelne Features des jeweils nächsthöheren Trimmlevels enthalten. Von reinen Zahlenwert her ist das Basismodell von Mazda mit 21.790 Euro derzeit um 200 Euro günstiger als das von Toyota, der exakte Vergleich führt aber zu einer aufwendigen Rechenübung mit den variierenden Ausstattungsdetails.
Ausgereifte Hybridlösung
Mazda feiert hiermit jedenfalls die Premiere des ersten Vollhybriden unter der eigenen Flagge. Die bisherige Modellpalette bleibt übrigens unverändert – es gibt künftig also zwei Mazda 2, die völlig unterschiedliche Autos sind und einer davon heißt zur Unterscheidung zusätzlich Hybrid. Warum der ohnehin kleinere Neuling stattdessen nicht Mazda 1 genannt wurde wissen nur die Marketing-Obersten in Japan, erklären es aber nicht.
Anders als der Yaris, der auch ohne Elektrozusatz angeboten wird, gibt es den zweiten 2er nur in der Hybridvariante: Die Kombination aus 1,5 Liter Benziner und E-Motor mit einer Systemleistung von 116 PS ist derzeit eine der ausgereiftesten Lösungen auf diesem Gebiet. Zur bisher häufigsten Kritik an der Hybridtechnik – das relativ indirekte Ansprechverhalten und die geräuschintensive Arbeitsweise des stufenlosen CVT-Getriebes – gibt sie jedenfalls keinen Anlass mehr. Das Getriebe nimmt die Motordrehzahl nun fast parallel ab, nur bei abruptem Wechsel aus gemächlichem Dahingleiten zu Vollgas wird das Nacheilen der Übersetzung hinter der Drehzahl noch merkbar. Und obwohl das Saug-/E-Motorduo auf hohe Effizienz ausgelegt ist, reagiert es nun praktisch verzögerungsfrei.
Zum damit verbundenen Fahrspaß tragen neben der direkten Lenkübersetzung auch das straffe, aber gänzlich unholperig ausgelegte Fahrwerk bei. Der Mazda 2 Hybrid fühlt sich damit sowohl im Stadtverkehr als auch überland wohl. Mit einem Realtestverbrauch von konstant unter 4 Litern je 100 Kilometer bestätigte er damit fast exakt den WLTP-Messwert ohne dafür besondere Zurückhaltung zu verlangen. Er bremst damit auch einen anderen früheren Hybrid-Kritikpunkt aus – nämlich, dass die geringen Verbräuche nur mit penetrant freudlosem Fahrverhalten zu erkaufen wären.
Mazda kalkuliert, vom 2 Hybrid in Österreich heuer etwa 500 Stück zu verkaufen, die Lieferzeit soll nicht mehr als vier Monate betragen. Einen Kannibalisierungseffekt gegenüber dem schon bestehenden 2er erwartet man sich in der Österreich-Zentrale in Klagenfurt nicht, weil der in einem anderen Preissegment daheim ist – das Einstiegmodell startet hier 5800 Euro günstiger als der Hybrid-Bruder.
Die derzeit ausgereifteste Hybridlösung im Kleinwagensegment – vermittelt Fahrfreude bei höchster Effizienz.




Fakten und Daten
Motor/Antrieb 1,5-Liter 3-Zylinder Benzinmotor und E-Motor, Systemleistung 116 PS; Vorderradantrieb;
stufenlose Automatik
Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 9,7 Sek; Spitze 175 km/h, Verbrauch 3,8 Liter
Preis ab 21.790 Euro.