Bei der Athletik auf der Überholspur

Mercedes hat die C-Klasse ins Fitnessstudio geschickt. Beim Komfortanspruch gibt es dennoch keine Kompromisse.
Mercedes-Benz Die neue C-Klasse ist die agilste in der langen Geschichte der Modellreihe. Seit 28 Jahren am Markt steht seit letztem Sommer die fünfte Generation bei den Händlern. Mercedes hat seinen Bestseller in Form gebracht – sportlich-schön schon der Auftritt im Stand. Die Techniker haben das optische Versprechen in den Fahrbetrieb übernommen und einen durchtrainierten Athleten auf die Straße gestellt. Das Fahren ist trotz autonomer Talente keine Nebensache. Ganz im Gegenteil: Dieser Sternenträger definiert Fahrspaß im Segment neu.
Den Stern trägt die Neuauflage mittig im Kühlergrill, der Blick scharf, die Motorhaube mit muskulösen Wölbungen. Ähnlich gefällig ist auch die Heckansicht. Macht – egal aus welchem Blickwinkel, eine gute Figur.
Auf den Fahrer zugeschnitten
Auf den Fahrer fokussiert ist auch das Cockpit, gleichzeitig finden sich Anleihen aus der S-Klasse. Sportliche Akzente treffen auf edlen Luxus und Modernität. Digitale Displays, einer hinterm Lenkrad, der andere vor der Mittelkonsole – beide ausladend in der Größe. Das Bedienkonzept MBUX kann auch in der C-Klasse, was es in anderen Baureihen bereits bewiesen hat. Mit „Hey Mercedes“ lässt sich vieles steuern. Die Sprachbefehle werden erstaunlich oft verstanden und umgesetzt – das können längst nicht alle in dieser Qualität.
Überhaupt ist der Innenraum über alle Zweifel erhaben. Verarbeitung und Materialanmutung ist Sternen-Liga und das Raumgefühl durch einen größeren Radstand und einer etwas längeren und breiteren Karosserie deutlich verbessert. Mit 455 Liter Ladevolumen bietet der Limousinen-Kofferraum zudem ordentlich Platz.
Sportlich und komfortabel
Die C-Klasse ist in ihren Genen ein komfortabler Gleiter. Bei der Agilität hatte sie bisher im Vergleich zur deutschen Premium-Konkurrenz 3er BMW oder Audi A4 meist das Nachsehen. Mit der fünften Generation ist die Lücke bei der Sportlichkeit geschlossen. Gleichzeitig haben die Schwaben beim Komfortanspruch keine Kompromisse zugelassen. Erstaunlich wie vielseitig sich die 4,75 Meter lange Limousine im Fahrbetrieb präsentiert. Fahrspaß ist jetzt neues zentrales Charaktermerkmal.
Besonders gut passt da freilich das starke Benzinaggregat des C300 zum Gesamteindruck. Mercedes hat die gesamte Motorenpalette elektrifiziert. Als Mildhybrid mit 48-Volt-Startgenerator steht zusätzliche Leistung bereit, wenn sie gefordert ist. 15 kW oder 200 Nm Drehmoment werden bei Bedarf zu den 258 PS Leistung (400 Nm) zugeschossen. 0 auf 100 in 6 Sekunden stehen im Datenblatt, den Verbrauch gibt der Hersteller im Bestfall mit 6,9 Litern an. Im Test waren es – angesichts der herausragenden Fahrleistungen – niedrige 7,5 Liter.
Angetrieben werden die Hinterräder, eine 9-Gang-Wandlerautomatik sortiert die Gänge und eine feine direkte Lenkung dirigiert die Richtung. Wohin die Reise geht? Zu weiteren Absatzrekorden. Die C-Klasse bleibt ein Bestseller der Stuttgarter, auch wenn Limousinen und Kombis gegen die SUV kräftig Boden verloren haben.
Kein Entweder-Oder sondern ein Sowohl-als Auch – das gilt bei der C-Klasse für Agilität und den Komfort.


Fakten und Daten
Motor/Antrieb 2 l.Benziner 258 PS, 48-Volt-Startergenerator (15 kW, 200 Nm), 9-Gang-Automatik, Heckantrieb
Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 6 Sek; Spitze 250 km/h, Verbrauch 6,9 l (Test: 7,5 l)
Preis ab 63.743 Euro, Testwage: 69.490 Euro