Bravourös statt brav

Motor / 17.12.2021 • 11:11 Uhr
Kia war bisher nicht für Design-Aufreger bekannt – der neue Sportage korrigiert das Image Richtung Avantgarde und Premium.Werk
Kia war bisher nicht für Design-Aufreger bekannt – der neue Sportage korrigiert das Image Richtung Avantgarde und Premium.Werk

Mutiges Design, Upgrade bei Technik und Qualität: Mit dem neuen Sportage visiert Kia das Premiumsegment an.

Kia Gerüchteweise hatte der Kia/Hyundai-Gottoberste Eui-Sun Chung selbst seine Hände im Design-Spiel: Einen bereits fertigen Sportage-Nachfolger soll er postwendend an die Entwicklungsabteilung retourniert haben – mit der Aufforderung, seinem Äußeren gefälligst Pfeffer einzuhauchen. Was gelungen ist: Die neue Generation lässt den eigenen Vorgänger und auch praktisch den gesamten aktuellen Mitbewerb ziemlich langweilig aussehen.

Die ganz nach außen und in die Vertikale verschobenen Scheinwerfer sorgen für eine gewisse Fischäugigkeit, sie verschmilzt aber im eleganten Gesamtlook. Für die markentypischen Tigernose hat sich ebenfalls eine neue, schlanke Variante über dem breiten Wabengrill gefunden. Die Flanken schwingen sich nach hinten über eine stattliche Schulterpartie in scharf geschnittene Rückleuchten ab, die ein angedeuteter Bürzel verbindet.

Drinnen wurde das im größeren EV6 eingeführte Wide-Screen-Cockpit samt der praktischen Multimode-Touchleiste mit Umschaltmöglichkeit zwischen zwei Bedienebenen adaptiert. Auffällig ist der Qualitätssprung beim Interieur mit durchgehend aufwändiger Verarbeitung und hochwertigem Materialmix. Aber auch die Grundanforderungen an ein SUV hat Kia nicht vergessen – etwa mit einer im Verhältnis zur Sitzposition niedrig verlaufenden Fensterlinie und der dadurch ermöglichten großzügigen Rundumsicht.

Bis auf die beiden Basismotoren – 150 PS-Benziner und 116 PS-Diesel – ist der Sportage jetzt ausschließlich mit Mildhybrid-Aggregaten unterwegs. Die milde Elektro-Schubhilfe steuert bis zu 12,2 PS bei – gut für knapp einen bis fast eineinhalb Liter Verbrauchsersparnis gegenüber den Vorgängervarianten. Wer mehr Power möchte, muss nur noch bis April warten – dann folgen noch ein Voll- und ein Plug In-Hybrid mit 230 und 265 PS.

Zum Fahrerauto gereift

Bei Handling, Lenkpräzision und Feedback hat Kia ebenfalls gehörig nachgebessert, der Sportage ist zum echten Fahrerauto gereift – und bietet mit ausgezeichneter Dämmung und akustischer Entkopplung des Fahrwerks dennoch überdurchschnittliche Komforttalente. Der heimischen Allrad-Passion kommt zweifellos entgegen, dass es beim vollwertigen 4WD mit mechanischem Durchtrieb bleibt – auch das künftige Hybridduo wird damit ausgestattet sein.

Das Klassen-Upgrade hat allerdings seinen Preis: Die Tarife beginnen jetzt bei 30.590 Euro für den 150 PS-Benziner, gut 6200 Euro mehr als bisher – die allerdings für den üppigen Zuwachs an Ausstattung gut angelegt sind. Für 2.700 Euro mehr ist der Einstiegsdiesel mit 116 PS zu haben.

Spaß beim Fahren, hochwertiges Interieur und benutzerfreundliche Technik, die einem keine Rätsel aufgibt.

Der Sportage verwöhnt mit feinem Materialmix.
Der Sportage verwöhnt mit feinem Materialmix.
Nicht gewachsen: Abmessungen bleiben zum Vorgänger praktisch unverändert.
Nicht gewachsen: Abmessungen bleiben zum Vorgänger praktisch unverändert.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 1,6-Liter Benzinmotor mit 150 PS, sowie 150 und 180 (mit Mildhybrid); 1,6 Dieselmotor mit 116 PS und 136 PS (mit Mildhybrid); Vorderradantrieb, Allradantrieb optional zu Mildhybrid-Motoren; 6-Gang Getriebe (optional 7 Gang-Automatik);

Preis ab 30.590 Euro