Mehr Stromstärke für das Pony

Mit 487 PS führt der Mach-E GT ab sofort die Palette der Elektromustangs an.
Ford Seit vergangenem Jahr fährt Fords Mustang zweigleisig: Dem klassischen V8-Sportwagen steht ein viertüriger, batteriebetriebener SUV-Crossover zur Seite. Dass zu dessen drei bisherigen Leistungsstufen mit 269, 294 und 351 PS auch eine Top-Variante stoßen würde, war von Beginn an angekündigt – jetzt setzt sie sich mit 487 PS und dem Zusatz-Code GT an die Spitze von Fords Stromerpalette. Die ansehnlichen PS-Zahlen reichten schon bisher für flottes Vorankommen, vor allem den Handling-Talenten setzten der Batteriespeck und das allzu komfortabel ausgelegte Fahrwerk aber doch recht nachdrücklich Grenzen.
Wuchtiger Antrieb
Die zusätzlichen Pferdestärken stehen im GT nun auch wuchtige 860 Newtonmeter Drehmoment zur Seite. Verteilt wird die Kraft auf zwei angetriebene Achsen. Bei der Straffheit wurde merkbar nachgebessert, das aktive Fahrwerk reagiert sportlicher, nicht zuletzt sorgen auch die serienmäßig 20 Zoll-Räder optisch wie auch gefühlt für strammeren Auftritt. Der Sportmodus heißt im Top-Munstang unverändert „Temperamentvoll“ und wuchtet jetzt noch mehr Leistung an der Hinterachse um für entsprechend hecklastige Dynamik zu sorgen. Darüber ist noch ein Extraprogramm „Temperamentvoll Plus“ nachgerückt, in dem ESP und Traktionskontrolle maßvolle Kraft- und Schub-Überschüsse zulassen.
4,4 Sekunden vergehen im Mach-E GT für den Sprint von null auf 100 km/h – exakt gleich viel wie der V8 im klassischen Mustang hinlegt. Dort hält der Dynamikspaß aber auch durch Kurvenpassagen an, wogegen der Stromer hier bald zurückstecken muss. Obwohl das straffere Gesamtpaket gut zum Charakter des SUV-Crossover passt, verlangt das Gewicht irgendwann sein physikalisches Recht und die Fliehkräfte beginnen unerbittlich zu zerren. Das ESP versucht dem mit rüdem Einregeln Herr zu werden, aber auch die Leistungsabgabe wird nach ein paar aufeinanderfolgenden Sprints reduziert. Merkbar verringert sich bei flotter, aber nicht übertrieben gehetzter Gangart die Reichweite: Aus der Werksangabe von 500 Kilometern werden so rasch um die 300. Als harmonischste Betriebsart empfiehlt sich in jedem Fall der Ein-Pedal-Modus, in dem die Maximalrekuperation sanftere Wechsel zwischen Last- und Gleit-Betrieb ermöglicht als die Standardeinstellung.
Dass ein wirklich sportlicher Gebrauch trotz hoher PS-Leistung bei einem 4,75 Meter SUV mit fast 2,3 Tonnen Gewicht praktisch kaum gelingt, sollte nicht überraschen. Das Nachbessern beim Fahrwerk tut dem Mach-E aber grundsätzlich gut und würde auch die schwächer motorisierten Varianten aufwerten. Tasächlich hat Ford die Modellbezeichnung aber korrekt gewählt: GT steht für Gran Turismo und meint keinen Sportwagen, sondern ein stark motorisiertes Reisefahrzeug. Das bessere Gesamtpaket ist mit 8800 Euro mehr, als Ford für die 351 PS-Variante ausruft, nicht überbezahlt, dennoch fallen damit insgesamt 73.000 Euro an. PAB
Mit mehr dynamischen Talenten entspricht der Mach-E GT mehr den europäischen Abstimmungsvorlieben.“


Fakten und Daten
Motor/Antrieb 2 Synchron-Elektromotoren, 487 PS , 860 Newtonmeter ; 1-Gang-Automatikgetriebe
Fahrleistung/Verbrauch : 0-100 km/h 4,4 Sek., Höchstgeschwindigkeit 200 km/h , kWh/100 km k. A.; Reichweite 500 km
Preis ab 73.000 Euro