Ein Stromer für die ganze Familie

Familientauglich und lokal emissionsfrei: Skoda mischt mit dem Enyaq den E-Automarkt kräftig auf.
Skoda Die E-Mobilität nimmt weiter Fahrt auf. Jetzt hat auch Skoda mit dem Enyaq sein erstes von Grund auf als Elektrofahrzeug konzipiertes Modell auf den Markt gebracht. Das stattliche SUV mit 4,65 Metern Länge, reichlich Platz und vielen cleveren Details verkörpert die Markenphilosophie des tschechischen Herstellers in alter Tradition, richtet den Blick beim Antriebskonzept aber ganz in die Zukunft. Der Enyaq baut auf der Konzernplattform von Volkswagen auf, hat damit die technischen Gene des ID.4. Was den Antriebsstrang betrifft, ist der Tscheche ein Klon, Eigenständigkeit beweist er bei Design, Bedienung und Verarbeitung.
Trotz seiner Größe wirkt der Enyaq nicht klobig, gefällt mit frischer Optik. Technologisch ist er zweifelsfrei das Flaggschiff des Herstellers, verkörpert diesen Anspruch auch beim Design. Im Innenraum ein gewohntes Bild: wohnliche Atmosphäre, intuitive Bedienung und eine überzeugende Verarbeitungsqualität mit der Skoda auch innerhalb des Konzerns zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber wurde. So nutzt er zwar auch die neueste Generation des Infotainmentsystems, wie etwa Golf 8 oder der ID.4, geht bei der Klimabedienung aber einen eigenständigen Weg. Die bessere Lösung, wie ein direkter Vergleich zeigt.
Typisch Skoda sind clevere Details wie ein Regenschirm in den Vordertüren oder der Eiskratzer in der Heckklappe. Ein Markenmerkmal sind zudem die großzügigen Platzverhältnisse. Weil die Batterie im Fahrzeugboden verbaut ist, gibt es beim Kofferraum (485 l) keine Einschränkungen. Das Raumgefühl ist überzeugend, das Gepäckabteil familientauglich. Untypisch ist nur, dass Skoda die baulichen Vorteile eines E-Autos im vorderen Bereich nicht nutzt. Der praktisch leere Motorraum würde Ablage-Möglichkeiten in Form eines sogenannten „Frunks“ bieten – Stauraum etwa für das Ladekabel.
Mit ihm lässt sich die größere 77 kWh-Batterie des Enyaq (Einstiegsmodell mit 50 kWh-Batterie) im Bestfall in 38 Minuten von 0 auf 80 Prozent laden – vorausgesetzt es gibt Gleichstrom mit 125 kW Ladeleistung. Bei Wechselstrom dauert ein Ladevorgang zumindest acht Stunden (11 kW). Mit knapp 400 Kilometer Reichweite erweist sich der Stromer in der Praxis durchaus als alltagstauglich.
Mit seinem ausgewogenen Fahrverhalten und einem Fokus auf Komfort ist der Enyaq im Fahrbetrieb unspektakulär unterwegs. In Kurven ist das hohe Leergewicht (2,2 Tonnen) spürbar, der Vortrieb dank 204 PS Leistung jederzeit souverän. Optisch, wie technisch gefällig, was Skoda da in Sachen Batterie-Auto zu bieten hat. VN-MIG
Der Enyaq ist ein familientaugliches Elektro-SUV, das sich kaum nennenswerte Schwächen leistet.


Fakten und Daten
Motor/Antrieb Synchron-E-Motor mit 204 PS, 310 Nm, Hinterradantrieb mit fixer Übersetzung, 77 kWh-Akku
Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 8,5 Sek; Spitze 160 km/H, Verbrauch 16,7 kWh, Test: 21,1 kWh
Preis ab 46.470 Euro; Testwagen: 61.448 Euro