Wirkungsvoller Verzicht auf die große Auffälligkeit

Motor / 23.10.2020 • 11:19 Uhr
Der Dacia Duster ist kein großspuriger Blender: Gerade als genügsamer Dieseltyp ist der Kompakt-SUV ein rundum praktischer und zuverlässiger Wegbegleiter.VN/steurer
Der Dacia Duster ist kein großspuriger Blender: Gerade als genügsamer Dieseltyp ist der Kompakt-SUV ein rundum praktischer und zuverlässiger Wegbegleiter.VN/steurer

Der aufgefrischte Dacia Duster ist ein solider Vernunfttyp.

Dacia Seit zehn Jahren kurvt der Dacia Duster nun schon durch die Gegend. Die große Auffälligkeit ist seine Sache nicht. Mit nüchtern-rustikaler Fassade gibt das 4,34 Meter lange Kompakt-SUV vielmehr den soliden Alltagsbegleiter, der automobile Grundbedürfnisse erfüllen will. Unaufgeregt, praktisch und günstig – so reduziert stellt er sich als Alternative etwa bei Jungfamilien und Seniorenpaaren vor, die nicht ihr gesamtes freies Budget in ein Auto stecken wollen. Die aber auf einen gewissen Fahrkomfort in Kombination mit verlässlichem Nutzwert auch nicht verzichten möchten.

In der Tat ist das hochbeinige Sparhörnchen aus dem Land der Karpaten keine rollende Verzichtserklärung. Das durften wir im 14-Tage-Test mit dem im Jubiläumsjahr aufgefrischten und aufgerüsteten Duster als Sondermodell Celebration erfahren. Unter der kurzen Haube werkelt ein 1,5-l-Turbodieselaggregat, das immerhin 115 PS an Leistung abgibt. Damit lassen sich wackere Fahrleistungen erzielen, die normalen Anforderungen genügen.

Indes stößt der Selbstzünder bald einmal hörbar an seine Grenzen. Auf langgezogenen Steigungen wirkt das schon ziemlich angestrengt und Überholmanöver bedürfen einer sorgsam vorausschauenden Fahrweise. Überdies fühlt man sich in Wechselkurven durch die vorherrschenden Wankbewegungen bisweilen ein bisschen verschaukelt. Dafür treten die Stopper im Bedarfsfall sehr wirkungsvoll zupackend in Aktion. So stört es auch nicht weiter, dass Dacia dem Duster hinten nur Trommelbremsen gönnt. In jedem Fall findet der Allradler trittsicher seinen Weg. Zum absoluten Gipfelstürmer reicht es fürs SUV zwar nicht, infolge Vierradantrieb und 21 Zentimeter Bodenfreiheit geht es aber in leichtem Gelände problemlos über Stock und Stein. Außerdem lässt es sich, wenn erforderlich, spurtreu auf Schlammpfaden entlanghecheln oder über Geröllpisten vorwärtsrumpeln. Vergleichsweise unspektakulär zeigt der knapp 1500-Kilo-Allrounder, was in ihm steckt.

Total aufgeräumt präsentiert sich das sachlich-nüchterne Cockpit. Die Kunststofflandschaft ist von sprödem Charme. Dafür kann man sich an der weitgehenden Funktionalität der Bedienelemente erfreuen. Das Multimedia-Navi-System mit Touchscreen sichert die informative Grundversorgung. Seine Sympathiewerte zu steigern weiß der Duster überdies in der immer noch vergleichsweise günstigen Celebration-Version, die so Annehmlichkeiten wie Klimaautomatik, Rundum-Kamera, Totwinkelwarner und Sitzheizung zu bieten hat. In Sachen Federungskomfort darf der Karpaten-SUV allerdings ruhig noch etwas zulegen. Allen Respekt nötigt einem hingegen das vorhandene Fassungsvermögen ab, das mit einem Stauraumvolumen von 445 bis maximal 1478 Litern tatsächlich familientauglich ist. VN-HGP

Fakten und Daten

Motor/Antrieb Vierzylinder-Turbodiesel, 115 PS, 260 Nm bei 2000 U/min, Allradantrieb, 6-Gang-Schaltung

Fahrleistung/Verbrauch 0 – 100 km/h: 10,2 Sek., Spitze: 175 km/h, Norm: 5,6 l (146 g CO2/km) Test: 6,2 l

Preis Grundpreis: 18.490 Euro, Testwagen: 22. 382 Euro.