Ein sorgsamer Wegbegleiter

Motor / 12.06.2020 • 10:59 Uhr
Neueinsteiger in der Mini-SUV-Klasse: Der Kamiq ist weniger optischer Aufreger, vielmehr praktischer Vernunfttyp. VN/Stiplovsek
Neueinsteiger in der Mini-SUV-Klasse: Der Kamiq ist weniger optischer Aufreger, vielmehr praktischer Vernunfttyp. VN/Stiplovsek

Geschick braucht keine Größe: Skodas neues Mini-SUV überzeugt als wendiges Alltagstalent.

Skoda Die vorherrschende SUV-Welle macht keine Anstalten abzuebben. Inzwischen hat sie auch die Kleinwagenklasse voll erfasst. Immer mehr Automobilisten wollen hoch hinaus, dabei aber nicht allzu großspurig daherkommen. Im Fall der erfolgreichen Autobauer von Skoda heißt das nichts anderes als dranbleiben am Zeitgeist, schließlich gilt es den Ruf als alternative Vollwertmarke zu verteidigen.

So schicken die Tschechen denn auch seit geraumer Zeit ihren jüngsten Softroader Kamiq ins Rennen. Das Mini-SUV soll Einsteigern ins Hochsitz-Segment gleichsam auf die Sprünge helfen. Mit einer Außenlänge von 4,24 Metern wirkt der Hochbeiner durch sein straff-spannendes Blechkleid durchaus urban. Von außen nach innen betrachtet, kommt einem das Skoda-City-SUV als freundlicher Begleiter sehr entgegen. Der überschaubare Crossovertyp bietet vorne wie hinten ordentlich Platz. Überhaupt gibt der Kamiq den ambitionierten Raumstifter. Mit einem Kofferraumvolumen von 400 bis maximal knapp 1400 Litern ist er schon ein kleiner Lademeister. Indes hätte die Landekante ruhig etwas niedriger ausfallen dürfen. Sei´s drum: Den Kamiq vollzupacken macht nicht zuletzt infolge des topfebenen Ladebodens allemal Freude. Schade nur, dass Skoda beim Neuling auf eine verschiebbare Rücksitzbank verzichtet. Dafür sind neben den nützlichen Helferlein wie Regenschirm und Eiskratzer weitere feine Zugaben zu haben, von der automatischen Heckklappe über die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung bis hin zum beim Aussteigen automatisch ausfahrbaren Türkantenschutz. Mit einem modernen Multimediasystem samt großformatigem Touchscreen sowie aktuellen Sicherheits- und Komfortfeatures ausgerüstet, zeigt der Kamiq, dass er voll auf der Höhe der Zeit unterwegs ist. Zufrieden stellt einen auch der Einliter-TSI-Motor, der unter der Haube unseres Testwagens werkelte. Der Drei-Zylinder-Benziner stemmt sich mit Vehemenz gegen das Vorurteil, er sei eine rollende Verzichtserklärung. Mit dem Hubraum-Zwerg an Bord wird der Kamiq sicher nicht zum Temperamentsbolzen, schwingt sich aber mit Anlauf zu wackeren Fahrleistungen auf. Auf der Landstraße ist der Mini-SUV als reiner Fronttriebler ein sorgsamer Begleiter, der sich auch durch schnelle Kurven stressfrei steuern lässt. Fahrtechnisch ist der mit 1300 Kilo leichtgewichtige Tscheche ebenso handlich und wendig wie die Lenkung direkt und präzise ist. In Kombination mit dem kleinen Wendekreis macht das den Kamiq zum prima Verbündeten, wenn es wieder einmal um die innerstädtische Parkplatzsuche geht. VN-HGP

Mit dem Dreizylinder-Basisbenziner an Bord schwingt sich der Kamiq zu wackeren Fahrleistungen auf.

Modernes Digitalcockpit: rundum herrscht eine angenehme Aufgeräumtheit vor.
Modernes Digitalcockpit: rundum herrscht eine angenehme Aufgeräumtheit vor.
Neueinsteiger in der Mini-SUV-Klasse: Der Kamiq ist weniger optischer Aufreger, vielmehr praktischer Vernunfttyp. VN/Stiplovsek
Neueinsteiger in der Mini-SUV-Klasse: Der Kamiq ist weniger optischer Aufreger, vielmehr praktischer Vernunfttyp. VN/Stiplovsek

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 3-Zylinder-Turbobenziner, 115 PS, 200 Nm/1750 bis 2500 U/min, Frontantrieb, 7-G-DSG

Fahrleistung/Verbrauch 0-100 km/h: 10,2 Sek., Spitze: 193 km/h, Norm: 5,0 l (113 g CO2/km) Test: 6,2 l

Preis Grundpreis (Style): 27.220 Euro, Testwagen: 34.561 Euro.