Fürs Stromzeitalter gerüstet

Wasserstoff und Batterien: Japan drückt bei alternativen Antrieben aufs Tempo.
Tokio Bei rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen haben sich die japanischen Hersteller lange zurückgehalten. Damit ist jetzt Schluss. Die Elektromobilität nimmt auch im Land der aufgehenden Sonne Fahrt auf. Die Zeit scheint reif zu sein, wie die Tokyo Motor Show zeigt. Gleich mehrere Weltpremieren von bereits fertigen Fahrzeugen oder Studien, die seriennah in die Zukunft weisen, zeugen davon, dass Japan für das Stromzeitalter gerüstet ist. Wobei die Ansätze unterschiedlich sind. Toyota demonstriert mit der zweiten Generation seines Wasserstoffautos Mirai, dass der Strom nicht zwingend aus der Steckdose kommen muss. Zumindest nicht, wenn Autos für lange Strecken konzipiert sind. Bei kleinen Fahrzeuge für den urbanen Einsatz führt aber auch beim Weltmarktführer kein Weg am Batterieauto vorbei.
Während Honda schon vor der Messe ein E-Auto in den Startlöchern hatte, feiert mit dem Mazda MX-30 ein schickes SUV mit Stromantrieb Weltpremiere. Auch Nissan setzt auf die Kombination aus Batterieantrieb und Crossover-Karosserie. Eine seriennahe Studie zeigt jedenfalls, wohin die Reise geht.
Eine Reise treten praktisch alle japanischen Hersteller gemeinsam an: jene der Elektrifizierung der Antriebe. Hybride stehen traditionell hoch im Kurs. Jetzt wird die Schlagzahl noch einmal erhöht.
In Tokio stehen in diesen Tagen die Autos der Zukunft im Scheinwerferlicht. Zu den heimischen Händlern kommen die meisten davon erst mit einiger Verzögerung. Bis es so weit ist, vertrauen die japanischen Hersteller auf ihre bestehende Modellpalette. Viele davon haben sich zu Bestsellern entwickelt. Der Fahrzeugabsatz in Österreich ist konstant gut. Der Marktanteil der japanischen Autos liegt in den ersten neun Monaten des Jahres bei 11,3 Prozent. Das Markenranking führt Mazda (MA 2,9 Prozent) vor Suzuki (2,7 Prozent) und Toyota (2 Prozent) an. Meist- verkauftes Modell ist der Mazda CX-3 (1965 Stück) gefolgt vom Nissan Qashqai (1928) und dem Mazda CX-5 (1826).
Mit der Elektro-Offensive aus Fernost kommen in den nächsten Monaten neue Stromer und Hybride auf den Markt. Sie sollen die Akzeptanz alternativer Antriebe weiter beflügeln. Für das aktuelle Jahr gehen Prognosen von einem Marktanteil rein elektrisch angetriebener Autos in Österreich von 2,7 Prozent aus (9200 Fahrzeuge). Und das ist erst der Anfang.
