Souverän als Gelände- oder Asphalt-Sportler

Motor / 26.09.2019 • 09:22 Uhr
Cockpit: nach wie vor amerikanisch, doch für Europäer durchschaubar angeordnet ist die Kommandozentrale.

Cockpit: nach wie vor amerikanisch, doch für Europäer durchschaubar angeordnet ist die Kommandozentrale.

Ob Allradantrieb oder nicht ist im Jeep Grand Cherokee nicht die Frage. Die Entscheidung erfolgt je nachdem, ob es ernsthafte Offroad-Tauglichkeit sein soll oder erhöhter Straßen-Grip.

 

Viele Amerikaner haben auch eine österreichische Vergangenheit. Wie der Jeep Grand Cherokee. Bis 2010 wurden die Europa-Modelle der US-Offroad-Ikone in Graz, bei Magna Steyr assembliert. Bei seiner Premiere war er, der einer der Mitbegründer des gehobenen und auf Komfort orientierten SUV-Segments ist, nach damaligen Begriffen eine mächtige Erscheinung. Doch gelten knapp 4,5 Meter heutzutage eher als kompakt. Im Laufe seiner bisherigen Generationen ist er nicht gewachsen, in der Länge über die 4,8-Meter-Marke, in der Höhe überragt er 1,70 Meter.

 

Versionen für On- und Offroad

Die aktuelle Generation kam 2010 auf den Markt. 2013 erfolgte eine umfangreiche Überarbeitung, gefolgt von kontinuierlichen Updates. Gewachsen ist er an inneren Werten, in Bezug auf Komfort, Ausstattung und Fahreigenschaften. Letzteres betrifft die Asphalt-Talente. Seine Offroad-Orientierung verbirgt er in den aktuellen Versionen „Laredo“, „Limited“, „Trailhawk“, „Overland“ und „Summit“ dennoch nicht, egal, ob mit Basis- oder verschärftem Allradsystem ausgerüstet. Die Varianten „SRT“ und vor allem „Trailhawk“ sind in puncto Fahrwerk und Lenkung dezidiert auf festen Untergrund getrimmt. Vor allem Letztgenannter macht mit seinen 710 PS Leistung selbst auf der Rennstrecke straffe Figur, auch wenn er seine drei Tonnen Gewicht spürbar in die Waagschale der Balance wirft. Damit demonstriert Jeep, was möglich ist. Dennoch ist der auf Asphalt sportliche Häuptling nach wie vor in erster Linie ein souveräner Geländegänger. Vor allem in der „Trailhawk“-Version. Um mit dem ­Titel „Trail Rated“ ausgezeichnet zu werden, musste er beweisen, dass er den sogenannten Rubicon Trail – ­eine vierzig Kilometer lange Felsroute am Lake Tahoe in Kalifornien – meistern kann. Er kann. Wie auf ähnlichen Offroad-Strecken eindrucksvoll bewiesen.

 

Fähige Allradantriebe

Die bereits angesprochenen 4×4-Systeme heißen  Quadra-Trac II, für forderndes Gelände, Quadra-Drive II, für härteste Offroad-Bedingungen, und Quadra Trac Active on demand, für forcierten Halt auf Asphalt. Kombiniert sind sie in den Österreich-Versionen mit einem Dreiliter-V6-Diesel, der entweder 190 oder 250 PS leistet. Einzige Benziner sind der „SRT“ und der „Trailhawk“, Ersterer mit 6,4-Liter-V8 (Sauger), Zweiterer mit 6,2-Liter-V8-Kompressor.

Der Preis: ab 64.290 Euro. Das kostet der allradgetriebene 3.0 l V6 CRD MultiJet II 190 (Diesel) mit 190 PS und achtstufiger Wandler-Automatik in der Version „Laredo“. Der Top-Typ „Trackhawk“ – 6.2 l V8 HEMI SRT 710 (Kompressor-Benziner) – kommt auf ab 158.990 Euro.

Jeep Grand Cherokee: Der Häuptling der US-Geländegänger kann mit ernsthafter Offroad-Technik oder mit Brachial-Leistung – 710 PS – geordert werden.
Jeep Grand Cherokee: Der Häuptling der US-Geländegänger kann mit ernsthafter Offroad-Technik oder mit Brachial-Leistung – 710 PS – geordert werden.