So weit kommt er elektrisch: Teilzeitstromer mausert sich zum Bestseller

Leistungs- und Reichweitenplus macht den Outlander PHEV zum meistverkauften Mitsubishi-Modell in Europa.
Mitsubishi Für gewöhnlich spielen alternative Antriebe bei den Automobilherstellern nur eine Nebenrolle. Nicht beim Image, aber bei den Absatzzahlen ist das fast immer so. Es gibt Ausnahmen. Beim japanischen Nischenhersteller Mitsubishi hat das Flaggschiff Outlander als Plug-in-Hybrid die Nase vorn. Kein anderes Modell der Marke wurde zuletzt in Europa häufiger verkauft. 3000 Kunden monatlich entscheiden sich für das große SUV mit dem cleveren Antriebskonzept – doppelt so viele als noch vor einem Jahr.
Mitsubsihi hat seinem Teilzeitstromer mit der Einführung der zweiten Generation vor ein paar Monaten einen neuen Antriebsstrang verpasst, der in allen Belangen leistungsfähiger ist. Neu werkt ein 135 PS starker 2,4-Liter Motor mit “Atkinson-Zyklus” (das späte schließen der Ventile sorgt für eine hohe Laufruhe und eine gute Effizienz) im Verbund mit einem um 10 Prozent stärkerem E-Motor (jetzt 95 PS). Zugelegt hat auch die Batterie-Kapazität, was den Plug-in-Hybrid jetzt deutlich alltagstauglicher macht. Das große SUV schafft laut Hersteller eine rein elektrische Reichweite von 45 Kilometern. Eine, wie sich im VN-Test gezeigt hat, durchaus realitätsnahe Angabe. Behutsam bewegt sind knapp 40 Kilometer jedenfalls locker drin – der tägliche Weg zur Arbeit ist für die meisten damit in Reichweite.
Elektrisch 135 km/h schnell
Das Plus an Leistung und die stärkere Batterie steigern naturgemäß auch den Fahrspaß. Der Outlander tritt kraftvoller an. Selbst elektrisch ist jetzt eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h möglich. Freilich geht ein lockerer Gasfuß auf Kosten der Effizienz. Theoretisch lässt sich das 4,7 Meter lange Flaggschiff der Marke im Alltag spritfrei bewegen – wenn also nur kurze Strecken gefahren und regelmäßig getankt wird. Schaltet der Benziner häufig zu und es besteht keine Möglichkeit zum Akkuladen, dann ist es bald vorbei mit übertriebener Sparsamkeit und der 100-Kilometer-Verbrauchswert von 2 Litern rückt außer Reichweite. 8 Liter auf Langstrecke im reinen Hybrid-Betrieb sind realistisch – auf deutschen Autobahnen sind aber auch zweistellige Werte möglich.
Im Alltag ein Sparefroh kann der Outlander PHEV auch weite Strecken, aber eben nicht mehr ganz so sparsam. Egal wie bewegt, bietet er richtig viel Auto. Das Platzangebot ist überzeugend wie eh. Neu ist eine weiter verbesserte Qualitätsanmutung im Innenraum. Unverändert sind die Stärken in Sachen Traktion. Die japanische 4×4-Marke setzt auch bei seinem Plug-in-Hybriden auf das bewährte Allradsystem, ergänzt es durch zusätzliche e-Fahrfunktionen. Neben einem Sport- steht auch ein Schnee-Modus bereit – ein feines Feature, wie sich im Test gezeigt hat. Wie überhaupt der Outlander als Plug-in-Hybrid einen prima Eindruck hinterlassen hat. So bietet das SUV einen alternativen Antrieb, verlangt aber keinerlei Kompromisse. Kein Wunder also, das er sich längst zum Bestseller gemausert hat.
Motor/Antrieb: 2,4-Liter Benziner mit 135 PS (Atkinson-Zyklus), 2 E-Motoren 82 bzw. 95 PS, 211 Nm Drehmoment, Automatik, Allradantrieb
Fahrleistungen/Verbrauch: 0 auf 100 in 10,5; Spitze 170 km/h, Verbrauch 2 l (Test: 4,8 l)
Preis: ab 45.450 Euro; Testwagen: 53.530 Euro

