Manga-Prinz wirtschaftet sorgsam mit Strom und Benzin

Motor / 08.06.2018 • 14:19 Uhr
Innen weniger verspielt als außen, dafürsind die Anzeigen klar und durchschaubar.

Der Toyota C-HR ist im Mix mehr als 40 Prozent im E-Modus unterwegs.

Toyota Mit dem C-HR hat sich der japanische Hybrid-Pionier dreifach im SUV-Segment positioniert: in der Klasse der Subkompakten, im Modetrend Coupés und auf dem Sektor Alternativantrieb. Beim Design waren die Gestalter mit Sicherheit von Mangas, japanischer Comics, inspiriert. Er würde sich gut auf jeder Cosplay-Bühne machen. Dass er aber nicht nur auffällig auftreten, sondern sich auch als sorgsamer Wirtschafter auffällig machen kann, das sollte er im Test beweisen. Unter realen Bedingungen, vom täglichen Commuting über den Wochenend-Einkauf bis zum Ausflug ins Grüne. Soll heißen: Stadt (im Stau), Autobahn und abwechslungsreich kurvige Landstraßen.

Das erledigt er mit Nonchalance, dank ausgewogenem Fahrwerk, exakter Lenkung, unbissigen Bremsen, kommodem Raumgefühl (in Reihe eins) und klar durchschaubarer Übersichtlichkeit des Anzeige- und Bedieninstrumentariums. Solange man nicht allzu fordernd Leistung abrufen will. Es ist das bekannt (auf)heulende Lied, das die CVT-Automatik spielt. Dagegen kann Anheben der Lautstärke des Audio-Systems helfen. Oder man stellt den Fortbewegungs-Modus auf Gelassenheit. Dann macht Laune, dass man nicht unbeachtet bleibt. Das kantig-kurvige Design erregt entweder bewundernde oder skeptische Aufmerksamkeit, es funktioniert selbst in weniger polarisierenden Kolorierungen als der Farbe Lila.

Klarer Informationsfluss

Die Simplizität des Umgangs mit dem C-HR impliziert auch den klaren Informationsfluss: Man kann stets via Display verfolgen, ob gerade der Verbrenner- oder der E-Modus die Oberhand hat. Toyota offeriert dazu als Option ein Monitoring in Kooperation mit dem Navigationssystem, das den jeweiligen Benzin- und Stromanteil während der Fahrt aufzeichnet. Über drei Tage und knapp 260 Kilometer lautete das Resultat: 43,77 Prozent der Fahrzeit war das Elektroaggregat aktiv.

Im Stadtverkehr behielt es bis zu 79 Prozent die Oberhand. Auf der Autobahn allerdings war zu hundert Prozent der Verbrennermotor im Einsatz. Und auf der Landstraße spielte der Stromer nur bis zu sieben Prozent mit.

Dennoch standen unterm Strich respektable 4,9 Liter Benzinkonsum. Das ist sehr in Ordnung. Denn zieht man in Betracht, dass der angegebene Normmix-Wert von 3,9 Litern unter klinischen Bedingungen auf dem Prüfstand erzielt wurde, ist ein Liter mehr, unter realen Bedingungen – Gegenwind, Steigungen, Beladung, Autobahn etc. – mehr als fair.

Bewegt man den Toyota C-HR Hybrid mit Gelassenheit, macht er nicht nur angesichts des niedrigen Verbrauchs gute Laune.

In Montur und Statur tritt der Toyota C-HR auf wie eine japanische Comic-Figur. In der Hybrid-Version mixt er sparsam den Benzin- und Stromantrieb. Keckeis-Hiller
In Montur und Statur tritt der Toyota C-HR auf wie eine japanische Comic-Figur. In der Hybrid-Version mixt er sparsam den Benzin- und Stromantrieb. Keckeis-Hiller

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 1,8-Liter-Benziner mit 99 PS, Drehstrom-Synchronmotor mit 72 PS, Systemleistung: 122 PS/Vorderradantrieb/CVT-Getriebe.

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 11,8 sec, 170 km/h, Verbrauch 3,9 Liter Testverbrauch: 4,9 Liter.

Preis 28.800 Euro