Amazons Erbe ist sportlich talentiert

Der V60 ist Volvos fünfter Erneuerungsschritt. Der Lader kombiniert Komfort mit Praxistauglichkeit und Dynamik.
Volvo Die Schweden blicken auf eine lange Kombi-Tradition zurück. Den Anfang gemacht hat 1953 der PV445, Duett genannt, mit verlängertem Rücken bekannt als „Buckel-Volvo“. Sein Erbe war der Amazon in der Lader-Version. Dessen Nachkommen legten sich Kanten und stattliche Dimensionen zu. Mit der ersten Generation des V60 (2010) wurden diese auf ein kompaktes Mittelklasse-Maß geschnitten. Die Lader-Version des S60 wurde optisch und technisch mit Updates aktuell gehalten. Jetzt steht Generation zwei am Start.
Dass der kompakte Jung-Schwede ein Bruder des Letztgenannten ist, das soll nicht verleugnet sein, doch betonen die Schweden seine Eigenständigkeit: Zu seinem vergleichsweise modisch-stylish und weniger unterkühlt gehaltenen Outfit addierte man auf Basis der modularen PSA-Plattform (auf der auch der V90 baut) mehr als nur eine Prise Dynamik. Dem liegt das aktuelle Zweilitermotoren-Programm zugrunde. Zum Start offeriert Volvo zwei Diesel-Leistungsstufen, eine mit 150 PS (D3), eine mit 190 PS (D4). Die Benziner-Fraktion, die künftig die Hauptrolle – nicht nur in Bezug auf die Elektrifizierung – spielen wird, ist mit einer 310-PS-Version samt Allradantrieb vertreten.
Die daraus resultierende Dynamik ließ Volvo drei Monate nach der statischen Publikumspremiere auf dem Autosalon in Genf in natura und auf abwechslungsreichem Terrain – rund um das Kloster Montserrat bei Barcelona, Spanien – erfahren. Eindruck machen, neben der bereits bekannten LED-Tagfahrlichtsignatur – Thors Hammer – die markante Front, die auf überkompakte fast 4,8 Meter gewachsene Statur und das steil stehende strukturierte Heck. Eindruck macht das komfortable Interieur, dessen optischer und technischer Angelpunkt der Tablet-große Touchscreen ist. Eindruck macht, in Fahrt, die Auswirkung des um fast zehn Zentimeter gestreckten Radstands: Der Abrollkomfort, schon beim Vorgänger souverän, hat noch um ein Eck zugelegt. Der versprochenen sportorientierten Fahrdynamik zugrunde liegt ein recht straff gefedertes Chassis. Die Lenkung agiert nicht im Verhältnis dazu ganz so zackig, schließlich soll auch der neue V60 Familien plus Gepäck friktionsfrei transportieren können, doch kann man ihm sportliche Talente nicht absprechen.
Auf die bereits genannten Motoren folgen mit Ende des Jahres die Allrad-Versionen der Diesel, dazu ein T5 mit 250 PS und eine Cross-Country-Variante. Weiters in der Pipeline für 2019, neben dem S60, weitere Hybride (Twin Engine): der T8 AWD und der T5 AWD sowie der T4. BKH
Robustheit, gepaart mit Dynamik, bringt der V60 glaubhaft rüber.


Fakten und Daten
Motor/Antrieb des volvo v60: 2,0-Liter-Turbobenziner mit 310 PS, 2,0-Liter-DIesel mit 150 und 190 PS/manuelle 6-Gang-Schaltung, 8-Stufen-Automatik/Frontantrieb, Allradantrieb.
marktstart September
Preis ab 42.185 Euro