Praktisch alleine reicht längst nicht mehr

Hochwertiger Gesamteindruck – Wie sich Skoda immer mehr zu einer Marke mit Qualitätsanspruch mausert.
Skoda Skoda schwimmt auf einer Erfolgswelle. Bei der VW-Tochter aus Mlada Boleslav purzeln Jahr für Jahr die Rekorde. Einen beachtlichen Beitrag dazu leisten neue SUV-Modelle, die Skoda auch beim Image Impulse verleihen. Der Qualitätsanspruch ist ein anderer geworden. Die Tschechen haben zuerst mit dem Kodiaq und danach mit dessen kleinem Bruder Karoq die Latte deutlich angehoben. Praktisch alleine reicht demnach längst nicht mehr. So sind die nützlichen Tugenden zwar gesetzt, es gesellen sich aber neue dazu. Die Verarbeitung im Innenraum ist nur ein Beispiel dafür.
Das Rüstzeug des Karoq ist seine technische Basis. Wie etwa auch der VW Tiguan oder der Seat Ateca basiert der kompakte Tscheche auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des Wolfsburger Autokonzerns. Das in Sachen Abmessungen variable Gerüst ermöglicht dem Hersteller, verschiedene Nischen zu besetzen. Der Karoq ist mit einer Länge von knapp unter 4,4 Metern dort positioniert, wo das Angebot schon ziemlich dicht ist. Dass sich der Karoq erfolgreich behaupten kann, haben die ersten Monate am Markt gezeigt. Skoda hat mit dem neuen Kompakt-SUV einen weiteren Bestseller im Angebot.
Hochwertiges Design
Für die große Marktakzeptanz ist neben dem äußerst gefälligen optischen Auftritt das stimmige Package verantwortlich. Dank des steilen Hecks bietet der Yeti-Nachfolger ein hervorragendes Platzangebot. Auf beiden Sitzreihen geht es großzügig zu und beim Kofferraum setzt der Karoq Maßstäbe im Segment. 521 Liter Ladevolumen, erweiterbar auf 1605 Liter sind ein höchst familientauglicher Wert. Die verschiebbaren Einzelsitze im Fond, die optional erhältlich sind, erhöhen die Flexibilität zusätzlich. Dass sich die Hecktüre mit einer Fußbewegung öffnen lässt, kennen wir zwar auch schon von anderen Herstellern, praktisch ist es allemal. Wie überhaupt Skoda jene Marke des VW-Konzerns ist, die mit ihren Clever-Lösungen Innovationskraft beweist. So gibt es beim Karoq den Regenschirm unterm Sitz und kleine Abfallkübelchen in den Türen. Alles so, wie man es sich von der auf Alltagsnutzen getrimmten Marke erwarten darf. Überraschender ist, mit welcher Liebe zum Detail der Innenraum verarbeitet ist. Auch die Materialanmutung passt.
Zum soliden Gesamteindruck passend ist auch das Antriebspaket des getesteten Topmodells. Der bewährte 2-Liter-Diesel mit 150 PS Leistung und das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sowie permanenter Allradantrieb sind eine feine Mitgift. 400 Nm Drehmoment sorgen für einen kraftvollen Antritt. Das Kompakt-SUV eignet sich damit auch bestens als Zugmaschine – vorausgesetzt, die optional erhältliche elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung ist mit an Bord.
Prima Fahrleistungen bei moderatem Verbrauch (6,4 Liter im Test): Dass Skoda beim Karoq stärker auf Komfort und Effizienz als auf Agilität setzt, passt zum Gesamtkonzept. Als Allrounder kann er zudem auch über Stock und Stein, sofern die nicht allzu groß sind. Denn mangels Geländefahrhilfen bzw. Differenzialsperren sind die Grenzen abseits befestigter Straßen rasch erreicht. Der Sicherheit im Alltag dient das 4×4-System aber allemal. Wie auch die vielen elektronischen Helfer, die Skoda beim Karoq offeriert.
Der Yeti-Nachfolger ist in allen Belangen gefällig und leistet sich kaum Schwächen – ein Auto mit Erfolgsgarantie also.
Komfort und Effizienz spielen beim Skoda Karoq eine deutlich wichtigere Rolle als die Agilität.

Fakten und Daten
Motor/Antrieb 2-Liter-Diesel mit 150 PS, 400 Nm; Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 9,3 Sek; Spitze 195 km/h, Verbrauch 5,2 l (Test: 6,4 Liter)
Preis ab 25.790 Euro (115 PS Benzin), Testwagen: 47.323 Euro