Viel Gutes aus zwei Welten

Mit dem neuen Seat Arona bringt der Volkswagen-Konzern den ersten kompakten Crossover auf den Markt.
Seat Kleinwagen oder SUV? Der neue Seat Arona spielt nicht mit bei den gängigen Klischees. Denn zum einen ist er nicht so groß und mächtig, wie man sich klassischerweise einen SUV vorstellt, und verfügt auch über keinen Allradantrieb. Und dennoch sitzt man höher und genießt mehr Platzangebot. Die Lösung heißt City-SUV. Ein kompakter Crossover, der Gutes aus zwei Welten vereinen und so für frischen Wind in der Volkswagen-Familie sorgen soll.
Noch nie gab es unter all deren Marken einen so kleinen SUV. Der Arona legt aber nur vor, bald nämlich sollen Polo T-Cross, Skoda Polar und Audi Q1 nach diesem Konzept folgen. Schließlich boomt dieses Segment der kompakten Crossover in den letzten Jahren ganz gewaltig.
Modularer Querbaukasten
Gebaut wird der Seat Arona übrigens auf derselben Plattform (MQB A0) wie der Kleinwagen Ibiza. Dank diesem modularen Querbaukasten können so verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Karosserietypen innerhalb desselben Segments und auf derselben Fertigungslinie produziert werden.
Ähnlich sehen sich Arona und Ibiza auf den ersten Blick zweifelsohne. Gleichzeitig könnte man auch eine Ähnlichkeit mit dem großen Bruder Seat Ateca erkennen. Crossover eben. Zudem ist der Arona acht Zentimeter länger als der Ibiza, ist zehn Zentimeter höher und bietet dank größerem Radstand und mehr Höhe auch mehr Kopf- und Bodenfreiheit. Mit dem Seat Arona bekommt man also einen Kleinwagen mit ordentlich Pluspunkten.
Im Innenraum zeigt Seat mit Konnektivitätslösungen, den Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen wie der Umfeldbeobachtung mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, der automatischen Distanzregelung oder dem Müdigkeitswarner, einem schlüssellosen Schließ- und Startsystem namens Kessy sowie dem Interieur, das in der Qualität durchaus überzeugt, auf.
Gefühlte Großzügigkeit
Die höhere Sitzposition verschafft einem Fahrer nicht nur einen besseren Überblick über den Verkehr, sondern vermittelt auch das Gefühl eines sehr ordentlichen Platzangebots. Zum optischen Größerdenken tragen auch Stoßfänger und Radläufe sowie die Dachreling bei. Somit ist der Arona innerlich gefühlt kein größerer Ibiza, sondern vielmehr ein kleinerer Softroader.
Zudem bietet Seat beim Arona eine Vielfalt an Individualisierungsmöglichkeiten. Oranges Dach zu blauem Auto? Kein Problem. Insgesamt gibt es 68 mögliche Farbkombinationen. Dem Trend zur Personalisierung, den Autokäufer zunehmend wünschen, schließt man sich bei Seat also an.
Was überrascht beim Arona auf den ersten Blick? Der Dreizylinder-Benziner ist ungewohnt geräuscharm, das 6-Gang-Schaltgetriebe hat kurze Wege und die knapp 1,2 Tonnen an Gewicht und die 115 PS passen gut zusammen. Somit bekommt er eine große Portion Sportlichkeit verpasst. Da haben die Autobauer vieles richtig gemacht beim City-SUV, der übrigens ein Spanier durch und durch ist. Benannt nach einer Stadt auf Teneriffa, entwickelt in Barcelona und gefertigt im katalonischen Werk Martorell.
Nach wem der Arona nun mehr kommt? Einen sportlichen Offroader, dem komfortablen Stadtauto oder ob er einfach als Crossover überzeugt? Das sollen die kommenden sechs Monate zeigen.
Der Dreizylinder ist ungewohnt geräuscharm, die 1,2 Tonnen Gewicht und die 115 PS passen gut zusammen.

Fakten und Daten
Motor/Antrieb 1,0-Liter-Dreizylinder Benziner mit 115 PS; 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 9,8 Sekunden, Spitze bei 182 km/h, Verbrauch 4,9 l (Test: 6,4 l)
Preis ab 20.390 Euro (Testwagen: 26.580 Euro)