Wanderer zwischen den Welten

Volkswagen macht aus der Nische eine Tugend und hat mit dem T-Roc einen Crossover in Golf-Größe kreiert.
VW Das Segment der Sports Utility Vehicles als Nische zu bezeichnen ist überholt. SUVs sind drauf und dran, eine Hauptrolle zu übernehmen. Bereits an die dreißig Prozent der Neuzulassungen in Österreich fallen in diese Kategorie. Verantwortlich für den voraussichtlich weiterhin steigenden Absatz sind in erster Linie die Kompakten. Da hat Volkswagen mit dem Tiguan (samt Allspace-Derivat) bereits etwas im Programm. Doch haben die Wolfsburger hier noch eine Nische gefunden – und einen Crossover im Golf-Format kreiert.
Der T-Roc soll mit keckem Styling und angehobener Karosserie Abenteuer- und Unternehmungslustigkeit vermitteln, gleichzeitig Jugendlichkeit. Darauf ist wohl die poppige Typenbezeichnung zurückzuführen. Die impliziert, gar nicht nebenbei, eine gewisse Geländetauglichkeit. Was dem neuen Wolfsburger alles an Talenten mitgegeben wurde, das will man nicht mit dem langweiligen Wort „Allrounder“ benennen, denn er soll – auch farblich peppig und piffig, wie er individualisiert werden kann – als Wanderer zwischen den Welten die SUV-Welt rocken. Er soll in der City sowie auf Landstraßen, Autobahnen, Waldpfaden, Schotterwegen sowie Sandpisten vielseitige Figur machen.
Das war im Vorfeld bereits ausgiebig ausgelobt worden. Jetzt ging es an die ersten Erprobungen der angelegten Talente. Als multifunktionales Terrain dafür hatte VW die Region zwischen Lissabon und Cascais in Portugal ausgewählt. Die bietet alle bereits angesprochenen Fahrbedingungen. Dass der Neo-Wolfsburger – in Golf-Manier sowohl in der Bedienung als auch bezüglich Dimensionen – mit Stadt- und Landstraßen gut umgehen kann überrascht nicht. Da macht es keinen Unterschied ob es 150 Diesel- oder 190 Benziner-PS, gekoppelt an ein Siebengang-DSG und kombiniert mit Allradantrieb sind, im Verein mit komfortabel abgestimmten Fahrwerkseinstellungen und einer nicht zu zackig agierenden Lenkung. Keinerlei Mühe machen dem T-Roc auch Schotterstraßen und erdige sowie festsandige Pisten. Selbst grob steiniges,
schmales und verwinkeltes Wegewerk stellt keinerlei unlösbare Anforderungen an Traktion, Fahrwerk und Federwege. Das lässt den Schluss zu, dass er es mit heimischen Zufahrten in Wanderreviere oder auf Almen und dergleichen genauso souverän aufnehmen wird können. Auch dann, wenn die Fahrbedingungen nicht so staubtrocken sind wie in Portugal.
Der T-Roc macht auf Asphalt dem Golf alle Ehre. Auch auf grobem Gestein ist der Wolfsburger äußerst tüchtig.


Fakten und Daten
MOTOREN/GETRIEBE/ANTRIEBE Benziner: 1,0 l mit 115 PS, 1,5 l mit 150 PS, Diesel: 1,6 l mit 115 PS, 2,0 l mit 150 und 190 PS/6-Gang manuell, 7-Stufen-DSG/Frontantrieb, Allradantrieb
PREIS/MARKTSTART ab 21.490 Euro / 11. Jänner 2018