Extravaganter Kleindarsteller

Eindruck: Der kernige Dreizylinderturbobenziner passt gut zum Charakter des Franzosen-Mini. Die trockene Federung ist gewöhnungsbedürftig, die Wendigkeit des DS 3 überzeugend. Mit max. 980 Liter Stauraum geht er gar noch als passabler Einkaufswagen durch.
Mit Charme und Chic stellt sich aufgefrischter und aufgewerteter DS 3 zur Schau.
ds. Automobile mit Chic und Charme, die den eigenen Charakter unterstreichen, müssen es sein. Im Kleinwagensegment zelebriert der frisch-flotte Franzose DS 3 genau das – den in Verkehr gebrachten alternativen Anreiz zur Alltäglichkeit. Die ambitionierte Edelmarke „DS Automobiles“ hat sich völlig abgenabelt von der Mutter Citroën und führt im PSA-Konzern inzwischen ein auf Lifestyle bedachtes Eigenleben. Die DS-Modelle sollen durch Inspiration und Individualität den Geist der Avantgarde wirken lassen. Die Extravaganz, die etwa der DS 3 in der Minimalklasse signalisieren soll, wird nach der jüngst erfolgten Auffrischung des Kleindarstellers in vielerlei Hinsicht demonstriert.
Die Zweiton-Optik, ein gleichsam schwebendes Dach sowie eine auffällige B-Säule in Haifischflossenform sind augenfällige Designmerkmale des Beau. Neu ist die ganz eigene Optik mit dem Hexagon-Kühlergrill. Der Citroën-Doppelwinkel ist passé, stattdessen ziert nur das DS-Logo die Front. Abgerundet wird der Newlook durch Xenon-LED-Scheinwerfer samt Lauflichtblinker und Rückleuchten in 3D-LED-Technik. Ein Licht aufgegangen ist dem
DS 3 auch in Bezug auf Konnektivität und Infotainment.
Der neue Touchscreen samt MirrorLink-Funktionen für Audio-, Navigations- und Telefonfunktionen und für den Zugriff auf Smartphone-Apps spart jetzt so manche Schalter auf der Mittelkonsole. Die Bedienung des 7-Zoll-Navi-Touchscreen könnte indes in der Menüführung noch einfacher und zudem feinfühliger ausgestaltet sein.
Ansonsten macht der DS 3 gerade in der fast schon noblen Sport-Chic-Ausstattungslinie auf Komfortzone. Das letztlich etwas zu verspielt wirkende Cockpit glänzt mit Klavierlackoptik und weichen Kunststoffen. Dazu gibt’s feines Ledergestühl. Schade nur, dass es hinterm Lenkrad nicht einfach ist, die optimale Sitzposition zu finden. Die ergibt sich eigentlich nur, wenn der Pilot entweder besonders lange Arme oder besonders kurze Beine hat. In der Gesamtschau bietet der 3,95 Meter lange DS 3 ordentliche Platzverhältnisse. Vorne geht es sogar ziemlich luftig zu, Fondpassagiere müssen im Kleinwagen naturgemäß enger zusammenrücken. Die Rückbank zu entern erfordert im Zweitürer zudem eine gewisse Gelenkigkeit.
Agiler Mini-Franzose
Und wie sieht’s mit dem Fahrspaß aus? Unterwegs mit dem Dreizylinder-Turbobenziner, der 110 PS aus 1,2 Liter Hubraum schöpft, wird schnell einmal erfahrbar, dass der DS 3 so kein Turnschuh auf Rädern ist. Der größte Erlebniswert stellt sich im druckvollen Dahingleiten ein. Der Franzosen-Mini ist einer, der es versteht, sich durchzuschlängeln. Gerade im Stadtverkehr ist er ein guter Verbündeter, schlägt sich aber auch auf Überlandfahrten wacker. Der DS 3 schwingt sich bei unaufgeregter Fahrt solide von Kurve zu Kurve und belästigt einen dabei auch nicht über Gebühr mit dem aktuellen Straßenzustandsbericht.



Fakten
Motor/Antrieb: Dreizylinder-Turbobenziner, 110 PS, 205 Nm bei 1500 U/min, Sechsgangautomatik, Vorderradantrieb
Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 9,9 Sek., Spitze: 189 km/h, EU-Verbrauch: 4,6 l (105 g CO2/km), Testverbrauch: 6,3 l Super
Preis: Grundpreis: 21.740 Euro, Testwagen: 25.343,90 Euro.