Origami-Kunst für ein Roadster-Dach

Motor / 03.02.2017 • 14:30 Uhr
Faltdach-Roadster im ersten ausführlichen VN-Test. Der Mazda MX-5 RF ist eine echte Fahrmaschine. Fotos: werk, VN/Gasser
Faltdach-Roadster im ersten ausführlichen VN-Test. Der Mazda MX-5 RF ist eine echte Fahrmaschine. Fotos: werk, VN/Gasser

Hohe Kunst des Faltens: Targa-Dach des Mazda MX-5 RF öffnet und schließt in 13 Sekunden.

Mazda. Mazda hat 1989 mit dem MX-5 einen echten Volltreffer gelandet. Der kleine Roadster hat sich seither über eine Million Mal verkauft. Seit der dritten Generation gibt es ihn auch in einer Faltdach-Version. Weil nur Porsche für diese Dachkons­truktion den Namen Targa verwenden darf, bezeichnet der japanische Hersteller sei­-­
nen MX-5 mit dem versenkbaren Hardtop Retractable Fastback – wörtlich übersetzt: einziehbares Fließheck. Mazda demonstriert dabei Faltkunst auf höchstem Niveau – quasi Origami für ein Autodach.

Das Grundkonzept ist unverändert. Der MX-5 ist eine Fahrmaschine. Alle Anstrengungen in der Entwicklung dienen nur einem Ziel: kompromissloser Fahrspaß. Die exzellente Balance und das niedrige Gewicht sind wesentliche Bausteine dieser Strategie. So wiegt die Targa-Variante nur 45 Kilogramm mehr als der MX-5 mit Stoffdach. Mit rund 1100 Kilogramm ist der Zweisitzer ein echtes Fliegengewicht. Die Diät geht bis ins letzte Detail. Selbst bei den Endrohren haben die Japaner auf die sonst üblichen Chromblenden verzichtet. Stattdessen ist das Metall nur poliert – spart wieder ein paar Gramm. Und die summieren sich.

Exzellente Performance

Jedes Mal aufs Neue verblüffend ist, wie der MX-5 trotz bescheidener Leistungsdaten auf dem Papier eine Top-Performance auf den Asphalt legt. So arbeiten unter der Haube wahlweise ein 1,5-Liter- und ein 2-Liter-Benziner mit 130 bzw. 160 PS. Der stärkere beschleunigt in 7,5 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Spitze von 215 km/h. Wobei das in der Praxis nebensächlich ist. Entscheidend sind andere Talente. Erdig, der Fahrbahn verbunden liegen die Stärken des MX-5 traditionell im Handling.

Mazda hat den Fahrer in den Mittelpunkt gestellt. Sportlenkrad, Schaltknauf und Pedalerie sind ergonomisch exzellent angeordnet. Präzise Lenkung, kurze Schaltwege, direkte Rückmeldung der Straße: Von Kurve zu Kurve wachsen Fahrer und Maschine enger zusammen – ein bisschen ist der MX-5 wie ein Motorrad mit vier Rädern. Und mit einem Kofferraum. Denn die Faltkünstler aus Fernost haben bei ihrem Targa-Dach geschafft, was kaum vorstellbar war. Es öffnet und schließt in nur 13 Sekunden und verschwindet zwischen Sitzen und Kofferraum. Das Gepäckabteil bleibt mit 127 Litern Fassungsvermögen unverändert zur Stoffdach-Variante. Platz also für zwei kleine Koffer für den Wochenendausflug.

Einige Vorteile in Sachen Ganzjahrestauglichkeit, ein eigenständiges Design und kaum Nachteile bei den Fahreigenschaften: Der MX-5 RF ist mehr als nur eine Alternative zum klassischen Roadster – davon konnten wir uns bei ausführlichen Testfahrten überzeugen. Und es erklärt auch, warum der Targa-Anteil an den Verkäufen bei rund 70 Prozent liegt.

Marktstart ist Ende März, Preise: ab 31.390 Euro.

Schickes Heck, oben ohne.
Schickes Heck, oben ohne.
Cockpit: Der Fahrer steht im Mittelpunkt.
Cockpit: Der Fahrer steht im Mittelpunkt.

Fakten

Motor/Antrieb: 1.5 Liter bzw. 2-Liter Benziner mit 6-Gang-Schaltgetriebe bzw. wahlweise 6-Gang-Automatikgetriebe (2-Liter); Leistung: 130 bzw. 160 PS, Heckantrieb

Fahrleistung: 0 auf 100 in 8,6 Sekunden bzw. 7,5 Sekunden, Spitze 203 bzw. 215 km/h

Preis: ab 31.390 Euro
Marktstart: Ende März

Link zum Video: http://VN.AT/su85z9