Im Detail das Ganze verfeinert

Motor / 02.12.2016 • 13:21 Uhr
Dacia Sandero Stepway und Sandero: Beide Versionen wurden optisch und technisch aktualisiert. Fotos: werk
Dacia Sandero Stepway und Sandero: Beide Versionen wurden optisch und technisch aktualisiert. Fotos: werk

Dacia spendierte fast der gesamten Palette eine Design- und Tech-nik-Aktualisierung.

Dacia. Knapp mehr als 600 Fahrzeuge waren es im ersten Jahr. Mittlerweile sind fast 60.000 zugelassen. Seit Mai 2006 ist die rumänisch-französische Marke Dacia in Österreich präsent. Mit aktuell vier Pkw- und einer Nutzfahrzeug-Linie etablierte sich die Renault-Tochter mit aufs Wesentliche reduzierten Modellen und günstigem Preis-/Leistungs-Verhältnis.

Nun sind die Franko-Rumänen auf dem besten Weg, einen markantem Stil zu entwickeln. Dem reinen Spartanismus hat man abgeschworen. Zu den rein praxisbezogenen Basiseigenschaften – großzügiges Raumangebot, rudimentäre Ausstattung, sparsame Antriebe, günstige Erhaltungskosten – sind Chrom-Zierat und Carbon-Dekor dazugekommen. Und – optionale – Ausstattungsdetails wie etwa Einparkhilfe und Navigationssystem.

Einen weiteren Schritt setzte Dacia nun mit optischen und technischen Detail­verfeinerungen die fast die gesamte Modellpalette erfassen. Dem Sandero wurde das Gesicht aufgeputzt, mit LED-Lichtsignatur und neuer Heckleuchten-Gestaltung, Akzentuierung des Kühlergrills sowie Überarbeitung der Stoßfänger. Aufpoliert ist das Interieur, mit neuem Lenkrad, frisch bezogenen Sitzen und Logo-Stickereien. Das gilt für den Standard-Sandero und für die im SUV-Stil gehaltene „Stepway“-Version.

Überarbeitete Motoren

Aktualisiert ist das Motoren-Programm. Der Sandero erbte den Dreizylinder-Sauger des Renault Twingo (TCe 75) mit 998 ccm und 73 PS. Dieses Einstiegsaggregat ersetzt – ohne Preissteigerung – den bisherigen Basis-Vierzylinder (gilt nicht für den „Stepway“). Damit ausgerüstet wurde der Sandero auf eine 100-Kilometer-Erprobungsrunde geschickt. Auf der hat er seine Motorbauart akustisch zwar nicht verleugnet, aber auch nicht genervt, und überzeugend gezeigt, dass die gebotene Leistung für Stadt und Land gut ausreicht. Auch sind fünf Gänge genug, um die 73 PS zu portionieren. Den angegebenen Normmix-Verbrauch von 5,2 Litern überstieg er nur um 0,8 Liter.

Der Logan MCV kommt, nebst Detailverfeinerungen, ebenfalls in den Genuss des Basis-Benziners, gleichfalls ohne Preisaufschlag. Ein weiterer Bestandteil der Aufwertungen ist, sowohl für den Sandero als auch für den Kompakt-Kombi, die erstmalige Option auf eine Rückfahrkamera. Die ist Bestandteil des hauseigenen Navigationssystems, und sie ist jeweils blickgünstig und zentral unterhalb des Instrumenten-Bords postiert.

Etwas, das man vom Duster aufgrund der gegebenen Innenraumverhältnisse nicht behaupten kann, der Bildschirm sitzt zu tief. Der Kompakt-SUV steht jedoch vor seiner Neuauflage, in der auf dieses Detail Bedacht genommen wird.

Bis es so weit ist spielt die aktuelle Version ihre Talente, die in nördlichen Stein- und südlichen Sandwüsten umfangreich erprobt sind, aus. Und bietet eine neue Fertigkeit: die des automatischen Schaltens.

Aus dem Renault-Technikregal stammt das sechsgängige Doppelkupplungsgetriebe für die frontgetriebene 110-PS-Dieselversion (Preisaufschlag vermutlich 1500 Euro). Es agierte im getesteten Modell in der ersten Fahrstufe (noch) etwas eckig, lief aber im Fahrbetrieb zu sanft waltender Komfortgröße auf.

Neue Einstiegs-Motoren für den Logan MCV.
Neue Einstiegs-Motoren für den Logan MCV.
Doppelkupplungsgetriebe für den Duster.
Doppelkupplungsgetriebe für den Duster.

Fakten

Dacia Sandero: ein 1,5-l-Diesel mit 75/90 PS, zwei 1,0-l-Dreizylinder-Benziner mit 73/90 PS. Ab 7590 Euro

Sandero Stepway: ein 1,5-l-Diesel mit 90 PS, ein 1,0-l-Dreizylinder-Benziner mit 90 PS. Ab 11.940 Euro

Dacia Logan MCV: 1,5-l-Diesel mit 75/90 PS, zwei 1,0-l-Dreizylinder-Benziner mit 73/90 PS. Ab 8290 Euro

Dacia Duster: ein 1,5-l-Diesel mit 90/110 PS, zwei Vierzylinder-Benziner (1,2/1,6 l) mit 115/125 PS. Ab 11.990 Euro.