Neuer Anlauf für E-Mobilität

Motor / 30.09.2016 • 13:58 Uhr
Plus 50 ProzentBMW stellt in Paris eine neue Version des i3 vor. Dank einer 94-Ah-Batterie soll das E-Auto eine um über 50 Prozent höhere Reichweite haben. Sie steigt auf 300 Kilometer.

Plus 50 Prozent

Paris unter Strom: Nach stockendem Start nimmt die Autobranche Kurs auf die Zukunft.

Paris. Die ersten Initiativen waren halbherzig. Die großen Automobilhersteller haben das Zukunftsthema Elektromobilität einem kleinen Autobauer in den USA überlassen und kämpfen jetzt um den Anschluss. Tesla setzt bei exklusiven E-Autos mit großer Reichweite Maßstäbe und hat längst ein Kompaktmodell angekündigt. Hunderttausende Vorbestellungen sind eingetroffen. Das hat wohl eine ganze Branche wachgerüttelt. Seither wird fieberhaft Kurs auf die Zukunft genommen. Europas größter Hersteller, Volkswagen, arbeitet unter Hochdruck an einem neuen Image. Die Dieselthematik soll endgültig der Vergangenheit angehören. Auf dem Pariser Autosalon präsentiert sich VW so gar nicht gestrig und kündigt ein Elektroauto „mit dem Potenzial eines Bestsellers“ an. 400 bis 600 Kilometer Reichweite in einem 4,1-Meter langen Auto, das ein Platzangebot im Passat-Format bereithält: der „I.D.“, wie VW die Studie nennt, gibt einen spektakulären Ausblick auf das, was bis in vier Jahren bei den VW-Händlern stehen wird.

Konkreter ist, was Mitbewerber Opel in Paris als Weltpremiere zeigt. Der Ampera-e ist der zweite Versuch der Rüsselsheimer, mit einem Elektroauto Fuß zu fassen. Nach dem missglückten Debüt ist der zweite Anlauf deutlich erfolgsversprechender. Das liegt am attraktiven Package des Stromers: mehr als 500 Kilometer Reichweite, verpackt in einem Kompaktwagen mit großem Platzangebot. Der Ampera-e ist ein Frontalangriff auf Tesla und dessen Model-3, das allerdings noch länger nicht vom Band laufen wird.

Umweltfreundlich müssen Autos der Zukunft sein. Daran führt kein Weg vorbei. Idealerweise, so wollen es die Kunden, sind es zudem Sport-Utility-Vehicles (SUV). Was sich so gegensätzlich anhört, will etwa Mercedes-Benz mit einem elektrischen SUV verbinden. Logischer wäre ein kleiner Stromer. Den gibt es bei der Mercedes-Tochter Smart. Dort feiern die E-Versionen Premiere. Am Stromauto scheint kein Weg mehr vorbeizuführen.

Smarte SacheWar es bei dem Vorgänger nur das zweisitzige Coupé, so bietet Smart künftig alle drei Modelle auch als Electric Drive an. Die verbesserte Reichweite beträgt 160 Kilometer.

Smarte Sache

Neue SubmarkeMit der Studie eines elektrischen SUV führt Mercedes-Benz seine neue Submarke für E-Mobilität ein: Das Showcar „Generation EQ“ sieht aus wie ein futuristisches GLC Coupé und fährt mit zwei Elektromotoren mit bis zu 408 PS Leistung rund 500 Kilometer weit. Unter der Marke EQ sollen zahlreiche E-Modelle auf den Markt kommen.

Neue Submarke

Doppelt so weitMit neuer Batterie kommt der elektrische Renault Zoe nun fast doppelt so weit wie bisher: 400 Kilometer Reichweite geben die Franzosen für die neue Topvariante des Kleinwagens an. Möglich macht diese Reichweitensteigerung eine neu entwickelte Lithium-Ionen-Batterie mit höherer Energiedichte. Sie hat nun statt 19 kWh eine Kapazität von 41 kWh.

Doppelt so weit